In einem zweijährigen Turnus finden sowohl im Winter als auch im Sommer die Internationale Sportspiele statt. Bei den Spielen, die ihren Ursprung in der Antike haben, messen sich die Nationen in den unterschiedlichsten Disziplinen. Dabei sind manche Sportarten seit Anbeginn der neuzeitlichen Internationalen Sportspiele vertreten, wie zum Beispiel Leichtathletik. Andere Sportarten, wie Skeleton, wurden erst in den letzten Jahren erstmalig ausgetragen. Wie erfolgreich eine Nation bei den Internationalen Sportspielen ist, zeigt der Medaillenspiegel. Aber wie und in welcher Sportart erfolgreich sind die jeweiligen Bundesländer Deutschlands? Auf unserer interaktiven Karte kannst du es herausfinden! Betway Sportwetten hat zudem mit Thomas Lurz, zweimaligem Medaillengewinner im Freiwasserschwimmen, gesprochen, der über seine Erfahrungen bei den Internationalen Sportspielen erzählt. 

Was ist ein Medaillenspiegel?Der Medaillenspiegel zeigt, gerade bei internationalen Sportereignissen, die Medaillenverteilung der teilnehmenden Nationen. Die gewonnenen Gold-, Silber- und Bronzemedaille werden geordnet und aufsummiert. Bei den internationalen Sportspielen ist der Medaillenspiegel ein wichtiges Messinstrument, um den Erfolg der teilnehmenden Nationen zu messen und zu vergleichen. 

Wusstest du, dass die Goldmedaillen überhaupt nicht aus Gold, sondern aus Silber bestehen? Lediglich der Überzug ist aus Gold. Nur bis in das Jahr 1912 bekamen die Sieger eine Medaille aus purem Gold, danach änderte das Komitee aus Kostengründen die Zusammensetzung. Kein Wunder: Je nach Goldpreis würde eine Medaille komplett aus Gold über 15.000 € kosten. Für die Internationalen Sportspielen 2021 in Japan überlegten sich die umweltbewussten Japaner etwas Besonderes: Die Medaillen bestehen aus elektronischem Abfall.

Der deutsche Medaillenspiegel der Internationalen Sportspiele von 1998 bis 2018 - wie funktioniert die Karte?

919 Medaillen gewannen deutsche Sportler zwischen 1998 und 2018 in den verschiedensten Disziplinen. Aber welches der 16 deutschen Bundesländer ist das Erfolgreichste und hat die meisten Medaillen gewonnen? Auf der Karte kannst du die jeweiligen Bundesländer anklicken und sehen, wie viele Gold-, Silber- und Bronzemedaillen das Bundesland in den letzten 20 Jahren insgesamt gewonnen hat. Auch findest du Informationen darüber, in welchen drei Sportarten das Bundesland am erfolgreichsten war. Zudem stellen wir Euch für jedes Bundesland einen Sportler vor, der durch seine besonderen Leistungen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Klickst du im Infokasten des jeweiligen Bundeslandes auf „Sportarten“ kannst du sehen, in welchen Sportarten wie viele Medaillen gewonnen wurden. Die Sportler sind dem Bundesland zugeordnet, in dem sie geboren wurden. Deutsche Medaillengewinner, die im Ausland zur Welt kamen, sind ihrem Stützpunkt zugeordnet. Bei Mannschaftssportarten, wie Fußball oder Eishockey, wurde, anders als in den gängigen Medaillenspiegel, jedem Teammitglied eine Medaille zugeordnet.

Sportarten, in denen die jeweiligen Bundesländer am erfolgreichsten abschnitten

Deutschland ist ein vielfältiges Land und genauso vielfältig sind die Sportarten, in denen deutsche Sportler erfolgreich sind. Mit insgesamt 112 gewonnenen Medaillen waren deutsche Sportler in den letzten 20 Jahren in diversen Ski Alpin-Disziplinen am erfolgreichsten. Dazu gehören Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und die alpine Kombination. In Summe sind Sportler aus Bayern in diesen Disziplinen mit 40 gewonnenen Medaillen am erfolgreichsten. Werden die gewonnenen Medaillen jedoch in Relation zur Einwohnerzahl des Bundeslandes betrachtet, konnten die Sportler aus Sachsen die meisten Medaillen in den Ski Alpin-Disziplinen sammeln.

Gold, Silber, Bronze - das sind die Medaillen, die normalerweise bei den Internationalen Sportspielen vergeben werden. Es gab aber eine Ausnahme: Bei den Wettkämpfen der Internationalen Sportspielen 1896 und 1904 wurden keine Goldmedaillen vergeben. Der Sieger erhielt einen Olivenzweig und Silbermedaille, der Zweite eine Bronzemedaille, der Dritte ging leer aus. Den Veranstaltern fehlte es an den nötigen finanziellen Mitteln. 

Je mehr Einwohner ein Bundesland hat, desto mehr Medaillen konnten auch die Sportler bei den Internationalen Sportspielen in Summe abräumen. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen gewann mit 160 Medaillen die meisten – das macht es aber nicht automatisch zum erfolgreichsten. Gemessen an den gewonnenen Medaillen bei den Internationalen Sportspielen und der Einwohnerzahl,  ist Thüringen das erfolgreichste Bundesland Deutschlands! Insgesamt 99 Medaillen gewannen Sportler aus Thüringen zwischen 1998 und 2018. Besonders erfolgreich waren sie bei den Internationalen Sportspielen in den Disziplinen Biathlon, Bobsport und Rodeln. Gemessen an der Einwohnerzahl und Medaillen geht die Silbermedaille im deutschlandweiten Vergleich nach Sachsen. Brandenburg sichert sich die Bronzemedaille.

Interview mit Thomas Lurz

33 Medaillen gewann Thomas Lurz in seiner Karriere als Freiwasserschwimmer bei internationalen Sportereignissen. Damit ist er einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmer. Bei den Internationalen Sportspielen 2008 gewann er über 10 km Freiwasserschwimmen die Bronzemedaille. Vier Jahre später schwomm er auf den silbernen Platz. 2012 gewann er zudem die letzte deutsche Medaille im Schwimmsport bei den Internationalen Sportspielen. Wir haben mit ihm über die Internationalen Sportspiele, den Medaillengewinn und den Sport gesprochen!

Erzähl uns doch, was Freiwasserschwimmen überhaupt ist und wann du bei den Internationalen Sportspielen teilgenommen hast?

Freiwasserschwimmen bezeichnet das Schwimmen über eine lange Strecke, in meinem Fall 10 km, im offenen Gewässer. Dabei kann es sich um ein Meer, einen Fluss oder See handeln. Das Interessante ist, dass je nach Wasser, in dem man schwimmt, auch die Bedingungen andere sind: Das Wasser kann kühl, warm, wellig, ruhig, manchmal flach sein. Bei meinen ersten internationalen Sportspielen 2004 bin ich die 1,5 km Freistil-Strecke aber noch im Becken geschwommen; 2008 und 2012 die 10 km Strecke in 1:51:53,6 und in 1:49:58,5 Stunden. Übrigens wurde auch 2008 das erste mal die 10 km Distanz im Freiwasserschwimmen bei den Internationalen Sportspielen ausgetragen. Ich habe mich recht schnell auf lange Distanzen spezialisiert, da ich wusste, dass ich hier die größten Medaillenchancen habe. 

Wie war das Gefühl, als du dein erstes Ticket für die Internationalen Sportspiele 2004 in Athen gelöst hast? 

Im Schwimmsport ist die Teilnahme an den Internationalen Sportspielen etwas ganz besonderes, denn es gibt keinen wertigeren Wettkampf auf internationaler Ebene. Dadurch, dass die Spiele nur alle vier Jahre stattfinden, hat es einen unfassbaren Stellenwert für jeden Sportler. Bei den Internationalen Sportspielen wurden insgesamt nur 25 Startplätze im Freiwasserschwimmen vergeben. Dadurch steigt natürlich der Druck sich zu qualifizieren. Da ich aber bei den Weltmeisterschaften in Sevilla unter den ersten zehn Plätzen war, habe ich so das Ticket gelöst. Das Gefühl war unbeschreiblich, ein riesiger selbst auferlegter Druck ist von mir abgefallen - das ist der Moment auf den ich hin trainiert habe und dann wusste, dass ich es geschafft habe.

War das Gefühl bei der Qualifikation für die Internationalen Sportspiele 2008 und 2012 ähnlich? 

Das Gefühl war immer noch unglaublich, aber, man kennt es ja: Wenn man ein Ziel schon erreicht hat, setzt man es voraus, dass man es auch noch einmal schafft. Bei den Wettkämpfen 2008 und 2012 war ich nun noch fokussierter auf den Medaillengewinn.

Aber: Beim Qualifikationsrennen für die Spiele war ich sehr aufgeregt. Das ist der Tag, an dem man sein Können und seine Leistung zu 100% abrufen muss. Und wenn dann etwas schief geht, bekommt man erst wieder vier Jahre später oder auch nie wieder die Chance. 

Wie ging es dir an dem Abend vor deinem ersten Wettkampf 2004? 

In Athen war ich nicht so aufgeregt wie bei den folgenden Spielen. Das lag wahrscheinlich daran, dass es das erste Mal war: Ich habe mich vor allem gefreut Teil dieses Events zu sein und hatte eigentlich nichts zu verlieren. Bei den Internationalen Sportspielen in Peking und London hingegen war ich Medaillenfavorit und wollte auch abliefern, dementsprechend hoch war der Druck. Die Nacht vorher habe ich kaum geschlafen, war mental schon im Wettkampf und habe mich dann voll und ganz auf meine Leistung fokussiert. 

Hat man im Internationalen Sportspiele Dorf überhaupt die Ruhe um sich auf seinen Wettkampf zu fokussieren? 

Die Apartments, in denen die Sportler unterkommen, sind nicht sehr luxuriös und man teilt sie sich mit anderen Sportlern aus seinem Team, und i.d.R. auch aus derselben Sportart. Dabei wohnen meist alle Sportler einer Nation in einem oder mehreren Gebäuden. 

Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen ist es nicht erlaubt, dass man von Familie oder Freunden im Dorf besucht wird. Oft reisen sie aber mit an den Ort, um einen bei den Wettkämpfen zu unterstützen. Seine Teamkollegen unterstützt man natürlich in dem man ihnen Erfolg für ihre Wettkämpfe wünscht, aber generell ist man mental auf sich alleine gestellt. 

Wie verbringt man die Zeit nach seinen Wettkämpfen?

Um die internationalen Sportspiele voll und ganz zu erleben, gehört es auch dazu, dass man sich nach seinem Wettkampf andere Wettkämpfe ansieht. Ich war z.B. sehr gerne bei den Basketballspielen, BMX oder Leichtathletik.

Der Spirit der Spiele ist es eben auch, dass viele verschiedene Nationen, Menschen und Kulturen aufeinandertreffen und sich eine große Gemeinschaft bildet. Oft sieht man ja auch seine Konkurrenz und über die Jahre, die ich aktiv war, hat sich gerade bei den Open Water Schwimmern ein familäres Verhältnis entwickelt - außerhalb des Wettkampfes, beim Schwimmen ist jeder auf sich fokussiert. 

Wie war das Gefühl als du 2008 deine erste Medaille bei den Internationalen Sportspielen gewonnen hast? 

Dieses Gefühl war noch einmal um einiges intensiver als nur die bloße Teilnahme 2004. Ich habe eine unfassbare Zufriedenheit gespürt.. Auf einmal steht man im Geschichtsbuch und ist dort für immer verewigt. Das ist schon ein außergewöhnliches Gefühl, was nur wenige Menschen erleben dürfen. Für mich waren beide Medaillen aus sportlichen Sicht die wichtigsten, attraktivsten, nachhaltigsten und schwierigsten Medaillen. Es war aber auch der Momente, wo man auf dem Treppchen steht und sich denkt “Dafür haben sich die 20 Jahre Training und Arbeit gelohnt”. 

Schaust du dir oft deine Silber- und Bronzemedaille an? 

Die Medaillen nehme ich oft mit zu beruflichen Vorträgen - daher sehe ich sie sehr regelmäßig. Die Medaillen lösen beim Gegenüber immer eine besondere Faszination aus. Eine Medaille von den Internationalen Sportspielen ist einfach nicht käuflich. Man kann sie nur mit eigener Leistung und eigener Kraft gewinnen. Mittlerweile spielen meine Kinder auch gerne mit den Medaillen und rennen mit ihnen im Haus rum. So werde ich regelmäßig an die tolle Zeit erinnert.
Übrigens: Meine Silbermedaille aus London ist mit ihren ca 500 gr ziemlich schwer, meine Bronzemedaille aus Peking ist da deutlicher leichter.

Freust du dich auf die Internationalen Sportspielen 2021? 

Ich freue mich, dass das IOC eine gewissenhafte Lösung gefunden hat, sodass auch dieses Jahr wieder Internationale Sportspiele stattfinden können. Für die Sportler ist es natürlich schade, dass sie ihre Wettkämpfe vor leeren Tribünen austragen müssen. Da fehlt einfach was. Und viele Sportarten stehen während der Spiele mal im Fokus, die sonst eher wenig Medienpräsenz bekommen. Auch gehe ich davon aus, dass nicht alle Sportler der verschiedenen Nationen durch die Pandemie die selben Trainingsbedingungen hatten, da sie vielleicht nicht immer unter den optimalen Bedingungen trainieren konnten - ich bin trotzdem sehr optimistisch, dass es tolle Spiele werden!