Im Europa-League-Finale 2019 trifft der FC Arsenal auf Stadtrivalen FC Chelsea. Das rein englische Endspiel ist eines, das ausgeglichener kaum sein könnte. Auch personell sind beide Kader gleichermaßen geschwächt.
Die ganz großen Tage sind vorerst vorüber – das trifft vermeintlich auf beide britischen Europa-League-Finalisten zu. Sowohl der FC Chelsea als auch der FC Arsenal waren in der nun endenden Saison nicht gut genug, um in der Champions League den Titel anzugreifen. Ja, nicht mal auf nationaler Ebene reichte die Leistung der Londoner Top-Klubs.
Sicher: Chelseas dritter Platz in der Premier League klingt nach Meisterschaftskampf. 25 Punkte auf den Tabellenzweiten aus Liverpool sprechen jedoch eine deutliche Sprache. Der FC Arsenal hat in der Liga nur zwei Punkte weniger erreicht als sein Stadtrivale – und durch den dritten Londoner Top-Verein, Champions-League-Finalist Tottenham, gleich die einfachste Möglichkeit zur Teilnahme an der nächsten Saison der Königsklasse verspielt. Die letzte Chance für die „Gunners“ heißt nun: Europa-League-Titel. Doch könnte wohl kaum ein Gegner ebenbürtiger sein.
Zwei Philosophien, ein Finale
Denn die Spielzeit in der englischen Liga verlief für beide Kontrahenten ähnlich. Ob krachende Niederlage, mittelmäßiges Remis oder beeindruckende Machtdemonstration – bei beiden Hauptstadt-Vereinen war all das dabei. Am Ende des Premier-League-Wettbewerbs standen für beide Teams 21 Siege – und das Endspiel der Europa League. Nur der Weg dahin war doch sehr unterschiedlich.
Während der FC Arsenal mit der drittbesten Offensive der Premier League aufwarten konnten, beschränkte sich der FC Chelsea auf das, was ihm in der Vergangenheit so oft geholfen hatte: Verteidigen. 39 Gegentore bedeuteten nach Abpfiff des letzten Ligaspiels nach den beiden Über-Mannschaften Manchester City und FC Liverpool die sicherste Defensive.
Im europäischen Wettbewerb tat sich spätestens im Halbfinale das von Unai Emery geführte Arsenal mit seinem Fußball leichter. So besiegten die „Gunners“ ihren Gegner aus Valencia in Hin- und Rückspiel recht deutlich (3:1, 4:2; Anm. d. Red.). Chelsea hingegen hielt sein offensiv starkes Gegenüber zwar in Schach, bangte aber aufgrund mangelnder eigener Durchschlagskraft gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt bis zum entscheidenden Elfmeterschießen.
Bundesliga zahlreich vertreten
Im Halbfinale setzte sich also knapp die defensive Taktik der „Blues“ gegen ein sehr offensives Frankfurter System durch. Doch ist die Eintracht vergleichbar mit der „Gunners“-Elf? Es mangelt ihr jedenfalls nicht an ehemaligen Bundesligaspielern.
Ob Leno, Sokratis, Kolasinac oder Aubameyang – Arsenal verfügt über einige der fähigsten „BuLi“-Kicker der vergangenen Jahre. Gerade der Gabuner Stürmer wurde für Arsenal in der laufenden Saison vielfach zum Spielentscheider. Nicht zuletzt sein Dreierpack gegen den FC Valencia führte das Team des Ex-Dortmunders nach Baku ins Finale des Europapokals. In den Liga-Duellen mit dem FC Chelsea war „Auba“ derweil nicht erfolgreich.
Zahlreiche Spieler fallen aus
Im Gegensatz dazu war in der Hinrunden-Begegnung ein anderer ehemaliger Dortmunder treffsicherer: Henrikh Mkhitaryan. Der Armenier jedoch wird – trotz körperlicher Gesundheit – im Endspiel fehlen. Grund dafür ist die politische Brisanz zwischen den Nationen Armenien und Aserbaidschan.
Doch nicht nur Arsenal ist personell geschwächt. Beim Stadtrivalen aus Chelsea fehlen zahlreiche Spieler verletzt, darunter der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger und Weltmeister N’Golo Kanté. Dazu fällt auch Bayern-Wunschspieler Callum Hudson-Odoi mit seinem Achillessehnenriss weiterhin aus.
Den leichten Vorsprung, den der FC Chelsea in den Köpfen der Fans wegen des besseren Abschneidens in der Premier League womöglich hatte, verliert er spätestens aufgrund dieser Voraussetzungen. Und so werden nach je einem Sieg im direkten Liga-Vergleich beim heutigen Europa-League-Finale die Karten neu gemischt. Dann wird sich zeigen, ob sich Angriff oder Defensive, rot oder blau, Arsenal oder Chelsea im Derby Endspiel auf fremdem Rasen durchsetzen wird.
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