media Die Suche nach dem „besten Sportler aller Zeiten“, auf Englisch „G.O.A.T.“ (greatest of all time), befeuert seit jeher Diskussionen von Fans und Journalisten. Oft spitzt sich die Debatte zu auf das Duell zweier Protagonisten, die sich – häufig erst im Nachklapp ihrer Karrieren – in den Medien als Rivalen wiederfinden. Wie viel Sinn solche Streitgespräche ergeben, ist umstritten. Sicher ist, dass nicht vielen Sportlern die Ehre zuteil wird, in einer G.O.A.T.-Diskussion überhaupt erwähnt zu werden. Im Boxen sind dies Muhammed Ali und Mike Tyson, im Tennis Novak Djokovic und Roger Federer und im Basketball Michael Jordan und Kobe Bryant. Einverstanden? Nein? Da fehlt jemand? Tja, genau hier fängt es an, für uns bei Betway Sportwetten und jeden Sportenthusiasten Spaß zu machen.

Duell der Rennsport-Giganten

Die Formel 1 ist eine der wenigen Sportarten, in der sich die Fans schnell auf zwei Namen in der G.O.A.T.-Diskussion einigen können: Michael Schumacher und Lewis Hamilton. Wenn es dann aber darum geht, ob nun der Deutsche oder der Engländer die Nase vorn hat, scheiden sich die Geister. Noch sprechen die Fakten in den meisten Kategorien für Schumacher (siehe Grafik unten). Doch erstens kann Hamilton in dieser Saison sowohl in Sachen Grand-Prix-Siegen (91) als auch bei den WM-Titeln (7) zu Schumi aufschließen.

"Rekorde sind da, um gebrochen zu werden."

Michael Schumacher

Und zweitens gibt es neben den Zahlen auch noch weitere Kriterien, nach denen man die Leistung der beiden Spitzenpiloten bewerten kann: Fahrtalent, Teamfähigkeit, Konkurrenzsituation, FIA Reglement oder die Performance des Rennstalls, um nur einige zu nennen. Je nach Gewichtung kommt man so zu ganz unterschiedlichen Sichtweisen. Auch in der Formel-1-Gemeinschaft gibt es verschiedene Meinungen.

Stimmen aus dem Formel-1-Zirkus

Flavio Briatore zum Beispiel, der während der ersten beiden WM-Titel 1994 und 1995 Schumachers Teamchef bei Benetton war, hält den Kerpener nach wie vor für den besten Fahrer: „Michael hat mit den großen Jungs gekämpft“, sagte Briatore in einem Formel-1-Podcast. „Der Wettbewerb war sehr hart, als Michael angefangen hat. Du sprichst da von Nigel Mansell, du sprichst von Ayrton Senna … Jetzt ist der Wettbewerb geringer. Hamilton setzt ja niemand unter Druck. Er kann davonspazieren“, so der 70-jährige Briatore. Aber stimmt das wirklich? Sind die Konkurrenten von Hamilton mit Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Jenson Button oder Max Verstappen tatsächlich so viel schlechter als Damon Hill, Jacques Villeneuve und Co.? Gegen erstklassige Rennfahrer wie Fernando Alonso oder Kimi Räikkönen mussten ja auch beide Stars noch antreten.

Eddie Jordan, Ex-Boss von Michael Schumacher bei seinem Formel-1-Debut 1991, lenkt in einem Interview das Augenmerk auf die damals übliche Stallorder: „Ich glaube, dass Lewis Michael schon übertroffen hat“, so der damalige Chef von Jordan Grand Prix. „Wie viele Titel hätte Michael wohl gewonnen, wenn er nicht die bedingungslose Unterstützung der anderen Leute im Team gehabt hätte? Und da rede ich nicht nur von den Teammitgliedern, sondern auch vom anderen Fahrer.“ Tatsächlich war Schumacher immer die unangefochtene Nummer eins in seinen Teams. Es wäre wohl kaum denkbar, dass er sich bei Ferrari von Rubens Barrichello hätte auf der Strecke überholen lassen. Der Racing-Wettbewerb zwischen Hamilton und Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas ist da weitaus größer.

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Davon kann noch jemand berichten, der beide Formel-1-Fahrer als Teamkameraden sehr gut kennt. Dieser Weltmeister von 2016 kommt zu einem differenzierteren Urteil. „Für mich ist Michael noch immer der Größte. Nicht nur wegen der Titel, sondern auch wegen der Länge seiner Karriere. Aber Lewis hat definitiv die Chance, bald der beste aller Zeiten zu werden“, sagt Nico Rosberg in seinem Video-Blog nach dem sechsten WM-Sieg von Hamilton. Der Deutsche war gemeinsam mit Schumacher von 2010 bis 2012 und mit Hamilton von 2013 bis 2016 bei Mercedes Petronas unter Vertrag. „Lewis hat mehr Naturtalent, Michael war mehr ein Allrounder und ein akribischer und detailbesessener Arbeiter. Diese Hingabe war seine größte Stärke.“

Verhältnis von Respekt geprägt

Und was sagen die Protagonisten selbst? Michael Schumacher war schon früh vom Talent Lewis Hamiltons überzeugt. Berühmt geworden sind seine Worte von 2008, als Hamilton auf dem Weg zu seinem ersten Titel war. Vor dem Saisonfinale, dem Großen Preis von Brasilien, hatte die BBC den Deutschen gefragt, ob er dem jungen britischen Piloten zutrauen würde, eines Tages auch siebenfacher Formel-1-Weltmeister zu sein. Schumacher antwortete: „Ich würde sagen ja, absolut“, so der damals 39-Jährige. „Niemand dachte, auch ich nicht, dass ich Juan Manuel Fangio (5 WM-Titel, d. Red.) schlagen könnte. Und ich habe es geschafft. Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Ich bin da sehr entspannt, wenn es eines Tages passieren wird.“

2012 kam es dann wortwörtlich zur Wachablösung, als Hamilton Schumacher als Fahrer bei Mercedes Petronas beerbte. Nach dem Grand Prix in Abu Dhabi, Schumis letztem Rennen, kam es zu einer großen Geste zwischen den beiden Konkurrenten. „Das war gleichzeitig mein letzter Grand Prix mit McLaren. Wir haben unsere Helme getauscht. Das ist immer ein Zeichen von gegenseitigem Respekt“, erinnert sich Hamilton. Ross Brawn, damals Teamchef der Silberpfeile, sagte über Schumachers Reaktion auf seine Ablösung durch Lewis Hamilton: „Er hat es verstanden und akzeptiert. Lewis war die Zukunft und Michael steuerte auf sein Karriereende zu.“ Der Deutsche war zu Beginn seiner Karriere in einer ähnlichen Situation, als er 1991 bei Benetton auf Nelson Piquet folgte. „Der Vergleich ist legitim“, so Brawn.

Vorsprung auf die Konkurrenz

Manch einer behauptet gar, dass Schumacher den Grundstein gelegt hat für Hamiltons schnelle Erfolge bei Mercedes. Denn die Silberpfeile waren Anfang der 2010er-Jahre zunächst nicht konkurrenzfähig. Erst nach drei Jahren mit Schumacher im Cockpit und vielen Tests und Ausfällen waren die Ingenieure in der Position, Vettel und Red-Bull-Renault zuverlässig Paroli bieten zu können. Seitdem kassiert Hamilton eine Bestmarke nach der anderen. Im September 2017 zum Beispiel Schumis alten Rekord von 68 Pole-Positions. In einer Chaos-Qualifikation bei Dauerregen in Monza machte Hamilton ihm dabei sogar das Image des „Regen-Gotts“ streitig, das Schumacher nach mehreren legendären Formel-1-Rennen auf nasser Strecke anhaftete. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei Schumachers erster Sieg im Ferrari 1996, als er im Regen von Barcelona mit 45 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz durchs Ziel brauste.

Ob nun Schumacher oder Hamilton – beide Ausnahme-Rennfahrer beherrschten ihre jeweilige Epoche in der Königsklasse des Motorsports. Als Duo führen sie beinahe jede Statistik der Formel 1 mit weitem Vorsprung an. In der Saison 2002 etwa erreichte Schumi in jedem der 17 Rennen einen Podiumsplatz und feierte schon nach dem elften Lauf die Formel-1-Weltmeisterschaft. Ähnlich dominiert Hamilton seit der Umstellung auf Hybridmotoren im Jahr 2014: Seitdem fuhr er in sechs Saisons 62 GP-Siege ein. Nur noch sieben Grand-Prix-Erfolge fehlen ihm, um mit Schumacher gleichzuziehen. Wer ist dann der G.O.A.T. der Formel 1?

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Is Michael Schumacher's record now in Lewis Hamilton's sights? . #F1 #Formula1 #USGP #LewisHamilton #Schumacher

Ein Beitrag geteilt von FORMULA 1® (@f1) am Nov 4, 2019 um 2:00 PST

 

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