Fakt 1: VfB Stuttgart – vom Ei zum Ball

1893 gründen Jugendliche aus Cannstatt den Fussball-Verein Stuttgart – zunächst, um an Rugby-Wettkämpfen teilzunehmen. Sportlich läuft es hervorragend, 1909 steht man im Finale um die Deutsche Rugby-Meisterschaft. Allerdings fehlt dem FV eine passende Spielstätte. Eine solche kann der Kronenklub Cannstatt bieten, sportlich spielt man beim Association Football (einem Vorgänger des heutigen Fußballs) allerdings keine große Rolle. Was liegt da näher als eine Fusion? Aus beiden Clubs geht am 2. April 1912 der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V. hervor. 

Fakt 2: Zur Premiere: Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb

Welch packende Duelle haben sich Blau-Weiß und Schwarz-Gelb in ihrer langjährigen Geschichte bereits geliefert! Der FC Schalke 04 gegen... Wie? Die Rede ist nicht von Borussia Dortmund? Tatsächlich läuft der VfB Stuttgart in seinem allerersten Bundesligaspiel – am 24. August 1963 gegen Schalke – in Schwarz-Gelb auf. Sogar der ikonische Brustring, der eigentlich seit 1925 auf den Trikots der Spieler prangt, fehlt damals. Das Spiel endet mit 0:2.  

Fakt 3: Hand Gottes zu GastDer VfB Stuttgart hat schon etliche große Spiele bestritten – und das Finale des Uefa-Cups im Jahr 1989 gehört definitiv dazu. Gegner ist der SSC Neapel. Zu den Protagonisten zählen Fritz Walter auf der einen und ein gewisser Diego Armando Maradona auf der anderen Seite. Das Hinspiel in Italien hat Stuttgart mit 1:2 verloren. Das Rückspiel steigt vor mehr als 66.000 Fans im Neckarstadion. Und Maradona zieht alle in seinen Bann – schon vor dem Anpfiff. „Wir waren so fasziniert, dass wir unser eigenes Aufwärmtraining vergaßen“, sagt Jürgen Klinsmann später. Glücklicherweise konzentrierte man sich aber noch rechtzeitig aufs Fußballspielen. Die Partie endet mit einem berauschenden 3:3, aber leider ohne Titel für den VfB. 

Fakt 4: Getroffen – aber knapp daneben

Der VfB Stuttgart zeigt sich meist angriffslustig. In einigen Kategorien, in denen es um Bestwerte beim Toreschießen geht, sind die Schwaben vorne mit dabei – aber nicht an der Spitze. So avanciert Timo Werner im Dress des VfB Stuttgart zum damals drittjüngsten Bundesligatorschützen. Bei den ältesten Bundesligatorschützen ist Zvonimir Soldo immerhin noch in den Top20 (37 Jahre, vier Monate, drei Tage). Jürgen Klinsmann erzielt 1986 fünf Treffer im Spiel gegen Düsseldorf. Damit liegt er auf Platz zwei hinter Dieter Müller vom 1. FC Köln (1977, sechs Tore gegen Werder Bremen). Auch vor dem eigenen Tor erweist sich ein Stuttgarter überdurchschnittlich “treffsicher”. Willi Entenmann unterlaufen in seiner Bundesligakarriere vier Eigentore, nur eine Handvoll Spieler haben mehr.

Fakt 5: Fußball-Magie im Ländle

Giovane Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic verzücken die VfB-Fans Mitte der 1990er Jahre. Wegen ihrer spektakulären Spielweise tauft man die drei Offensivkünstler “Magisches Dreieck”. Eine Meisterschaft zaubern sie nicht herbei, dafür aber einen DFB-Pokalsieg (2:0 gegen Energie Cottbus, beide Tore Elber). Trainer ist Joachim Löw. 1996/97 erzielten Bobic (19) und Elber (17) zusammen fast die Hälfte aller 78 VfB-Tore. Für die Torjägerkanone genügt die Ausbeute allerdings nicht. Die hat sich Bobic im Jahr zuvor mit 17 Treffern gesichert. So wenig Tore reichten nur ein weiteres Mal in der Bundesligageschichte, um Torschützenkönig zu werden (1988/89, Thomas Allofs und Roland Wohlfarth).

Fakt 6: Wenn aus Magie Tragik wird

Angelehnt an das Magische Dreieck gründen Bobic und seine Mitspieler Marco Haber und Gerhard Poschner das “Tragische Dreieck”, ein Musikprojekt, mit dem sie den Titel “Steh auf” einspielen – und sogar im Stadion zum Besten geben!

Fakt 7: Die Null muss stehen

Eigentlich prägte Schalke-Trainer Huub Stevens einst diese simple Fußballweisheit. Doch kein anderer hat sie so verinnerlicht wie Stuttgarts Timo Hildebrand. Der VfB-Keeper behält 2003 stolze 885 Minuten lang eine weiße Weste. Kein anderer Bundesligatorwart kann auf eine längere Serie ohne Gegentor zurückblicken. Den Spielverderber gibt dann der Bremer Angelos Charisteas. “Euro-Harry” überwindet Hildebrand am 9. Spieltag der Saison 2003/2004. 

Fakt 8: Daum macht’s wie Trap

Die Wechselpanne von Giovanni Trapattoni ist legendär. 1995 wechselt der italienische Coach im Spiel gegen Eintracht Frankfurt mit Didi Hamann einen vierten Amateur ein, was damals nicht erlaubt war. Zuletzt unterläuft Wolfsburgs Mark van Bommel im DFB-Pokal ein Wechselfehler. Doch auch der VfB Stuttgart hat seine Panne: Im Champions-League-Rückspiel bei Leeds United schickt Christoph Daum 1992 Jovo Simanic aufs Feld. Der soll helfen, das 1:4 über die Zeit zu bringen – dieses Ergebnis hätte für ein Weiterkommen gereicht. Nur: Simanic ist der vierte Auslänger auf dem Feld, erlaubt sind drei. Leeds protestiert erfolgreich und gewinnt das Entscheidungsspiel mit 2:1.

Fakt 9: Jede Schale hat zwei Seiten

Und woher soll man wissen, welche die richtige ist? Besonders im Überschwang der Emotionen kann man mal durcheinanderkommen. 2006/07 gewinnt Stuttgart sensationell die Meisterschaft. Ein Traumtor von Thomas Hitzlsperger und ein Kopfball von Sami Khedira machen den 2:1-Sieg über Energie Cottbus am letzten Spieltag perfekt und damit auch den Titel. Weltmeister Guido Buchwald überreicht Fernando Meira, dem Kapitän des VfB, die Trophäe. Wie bei großen Triumphen üblich zelebriert der Portugiese diesen Moment: Er nimmt die Meisterschale in beide Hände, reißt sie mit einem Schrei nach oben – und präsentiert den Fans die Rückseite. Der Freude über das Erreichte tut das natürlich keinen Abbruch. 

Fakt 10: Wie aus dem Ei gepellt

Zur Saison 1992/93 sorgte das Mannschaftsfoto des VfB Stuttgart für einiges Rätselraten unter den Fans. Was machte das riesige Ei da zwischen den Kickern mit dem roten Brustring? Der Verein für Bewegungsspiele brütete etwas aus – und zwar das neue Maskottchen. Aus der weiß-roten Schale schlüpfte kurz darauf ein großer Alligator. Dem Reptil fehlte allerdings noch ein Name. Per Ted wurde in der Sendung “Sport im Dritten” abgestimmt, die Wahl fiel auf “Fritzle”, in Anlehnung an Fritz Walter. Der ist bis heute mit 102 Bundesligatreffern der zweitbeste Knipser der Vereinsgeschichte. Nur Rekordtorschütze Karl Allgöwer (129 Tore) war erfolgreicher. Alligator Fritzle durfte 1995/96 übrigens in seiner vollen Größe aufs Mannschaftsfoto. 

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