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Warum die Zukunft für die schmutzigsten Teams der NHL schlecht aussieht

11 Jan | BY Ernesto Germany | MIN READ TIME |
Warum die Zukunft für die schmutzigsten Teams der NHL schlecht aussieht

Die NHL hat in den kommenden Jahren eine große Entscheidung zu treffen, da Faustkämpfe auf dem Eis weiterhin auf einen historischen Tiefstwert fallen.

Seitdem es Eishockey gibt, wird auf dem Eis gekämpft.

Obwohl sein Platz im Sport in den letzten Jahren infrage gestellt wurde, bleiben Faustkämpfe während des Spiels in Nordamerika weiter ein fester Bestandteil des professionellen Eishockeys.

Die NHL hat Faustkämpfe – damals „Fisticuffs“ (Faustschläge) genannt – erstmals 1922 reguliert, fünf Jahre nach ihrer Gründung. Seitdem haben Tausende von Faustkämpfen auf dem Eis stattgefunden.

Im Laufe dieser 99 Jahre haben gewisse Teams einen Ruf entwickelt, schmutzig zu spielen und sich an Kämpfen zu beteiligen.

Die Boston Bruins – die mit einer Quote von {ODDS:617465817:12,00} den Stanley Cup 2021 bei den Sportwetten gewinnen könnten – und die Anaheim Ducks werden von Fans häufig zu den Teams der modernen Ära, die am schmutzigsten spielen, gezählt.

Doch sind diese Rufe gerechtfertigt? Kurz gesagt, ja.

Seit der Saison 2010/11 war kein Team an mehr Faustkämpfen beteiligt als die Bruins, die in diesem Zeitraum 371 Mal eine 5-Minuten Strafe für Faustkämpfe erhalten haben.

Boston führt auch die Liste der „Instigator“-Strafen (Anstifter-Strafen) an, laut der sie in den letzten zehn NHL-Saisons 21 Mal dafür bestraft wurden, Faustkämpfe angefangen zu haben.

Die Ducks wurden seit der Saison 2010/11 363 Mal mit 5-Minuten-Strafen bestraft – die zweithöchste Anzahl in der NHL.

Von Anaheim ging jedoch – zumindest offiziell –nicht so oft die Aggression aus. Sie erhielten in den letzten zehn Saisons nur neun Mal eine Instigator-Strafe, wodurch sie zur unteren Hälfte der NHL-Teams für diese Strafe zählen.

Zu weiteren Teams, die regelmäßig an Faustkämpfen beteiligt sind, gehören die Ottawa Senators, Columbus Blue Jackets und die Philadelphia Flyers, mit 323, 316 und 309 5-Minuten-Strafen seit 2010/11.

Sowohl die Flyers als auch die Senators fangen viele Schlägereien an, wobei Philly 15 Instigator-Strafen und Ottawa 18 in diesen Zeitraum erhalten haben.

Die New York Islanders und Florida Panthers gehören zu den aggressivsten Teams in der aktuellen Ära der NHL. Sie haben sein 2010/11 19 beziehungsweise 15 Instigator-Strafen erhalten.

Schmutziges Spiel geht natürlich über Faustkämpfe hinaus, wobei Philadelphia seit 2010 8.951 Minuten auf der Strafbank verbracht hat – mehr als jedes andere Team.

Am anderen Ende der Skala sind die Carolina Hurricanes das Team, das mit nur 132 5-Minuten-Strafen im Laufe der letzten 10 Saisons am seltensten an Faustkämpfen beteiligt war.

Carolina hat auch am wenigsten Zeit auf der Strafbank der NHL verbracht. Das Team hat nämlich nur 6.091 Strafminuten im Laufe der letzten 10 Saisons erhalten.

Die Detroit Red Wings haben nur eine 5-Minuten-Strafe mehr als die Hurricanes in diesem Zeitraum erhalten, und saßen somit die dritt-kürzeste Zeit auf der Strafbank.

Zu den fairsten Teams der Liga zählen auch die Chicago Blackhawks und Arizona Coyotes, die zu den letzten fünf Teams sowohl für Strafen für Faustkämpfe als auch Strafminuten gehören.

Seit 2010 hat kein Team weniger Faustkämpfe angefangen als die Toronto Maple Leafs, die in den letzten 10 Saisons nur eine Instigator-Strafe erhalten haben.

Neben der Frage, ob diese Statistiken die Vermutungen der Fans über die schmutzigsten Teams der NHL bestätigen oder nicht, gibt es noch ein größeres Thema im Eishockey: Haben Faustkämpfe überhaupt eine Zukunft im Sport?

Diese Debatte tobt nun schon seit vielen Jahren: Die Gegner behaupten, es führt zu unnötigen Verletzungen – insbesondere des Gehirns –, vergeudet Zeit und lenkt von den Aspekten des Spiels ab, bei dem es um das Können geht.

Diejenigen, die wollen, dass Faustkämpfe ein bestehender Teil der NHL bleiben, glauben, dass es hilft, andere Formen von schmutzigem Spiel abzuhalten, da es Spielern erlaubt, sich selbst zu überwachen und Schutz für Top-Spieler bietet.

Aus Sicht der Fans glauben viele, dass Faustkämpfe Eishockey unterhaltsamer machen, sodass manche Fans Spiele in der Hoffnung ansehen, dass es zu einem Handgemenge kommt.

Egal, wie Ihre Haltung zu diesem Thema ist, die Statistik spricht eine verhängnisvolle Sprache für die Zukunft von Schlägereien im Eishockey.

Während der Saison 2010/11, gab es durchschnittlich mehr als eine Schlägerei in jedem zweiten Spiel – 0,52 pro Partie um genau zu sein.

2019/20 ist diese Zahl auf 0,18 gesunken.

Insgesamt, haben Faustkämpfe in der NHL in den letzten 10 Jahren um 70 Prozent abgenommen, wobei 5-Minuten-Strafen von 1.274 in der Saison 2010/11 auf nur 388 in der Saison 2019/20 gesunken sind.

Die Saison 2018/19 war die erste Saison in modernen Zeiten, in der es in weniger als 200 Spielen zu einer 5-Minuten-Strafe für Faustkämpfe gekommen ist – ebenso wie in der Saison 2019/20.

Das sorgt auch dafür, dass weniger Spieler an Faustkämpfen beteiligt sind.

2010/11 kam es zu einem Rekord, da 348 Spieler zu mindestens einem Zeitpunkt während der Saison in eine Rauferei verwickelt waren. Letztes Jahr haben weniger als 250 Spieler ihre Handschuhe ausgezogen.

Jede relevante Statistik zeigt, dass Faustkämpfe in der NHL abnehmen, und es gibt nichts, das vermuten lässt, dass sich diese Muster in nächster Zeit ändern werden.

Was das für die Zukunft der Liga bedeutet, ist jedoch ungewiss.

Gegner hoffen, dass dies den Ausschluss von Schlägereien aus dem Sport insgesamt beschleunigen wird, während Befürworter argumentieren, dass Faustkämpfe auf niedrigen Niveau das Beste aus beiden Welten seien. Spieler sind demnach geschützt und Fans erleben immer noch den gelegentlichen Nervenkitzel.

Sollten Faustkämpfe letztendlich verboten werden, dann werden die Bruins, die Ducks und andere kämpferische NHL-Teams eine ungewisse Zeit durchleben, in der sich ihr Spielstil ändern muss.   

Egal was passiert, eines ist sicher: Dieses Thema kann nicht länger ignoriert werden.

Die NHL steht vor einem Scheideweg: Die Richtung, die eingeschlagen wird, könnte Eishockey für immer verändern.

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