Fußball Fußball

Das große Schaulaufen: Die Entwicklung der London Fashion Week

15 Feb | BY Ernesto Germany | MIN READ TIME |
Das große Schaulaufen: Die Entwicklung der London Fashion Week

Während sich die London Fashion Week an die neue Normalität anpasst, schauen wir uns an, wie sich die Veranstaltung seit Ihren bescheidenen Anfängen entwickelt hat.

Stolzieren, stolzieren, stolzieren. Anhalten, posieren, drehen. Stolzieren, stolzieren, stolzieren.

So ist es. Die Laufsteg-Saison steht vor der Tür.

Ob du nun als Model über den Laufsteg stolzieren, als Einkäufer in der ersten Reihe einer Show sitzt oder als Konsument einfach nur deine neuesten Outfits aussuchst – Mode ist ein großes Geschäft.

Die Modebranche beschäftigt ca. 800.000 Menschen und steuert allein im Vereinigten Königreich jährlich 29 Millionen Euro zur Wirtschaft bei, was sie zur größten kreativen Branche des Landes macht.

Zum Vergleich: Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie hat nur die Hälfte der Arbeitsplätze und steuert 4,7 Millionen Euro weniger bei.

In Anbetracht der finanziellen Bedeutung der Modebranche ergibt es Sinn, dass die London Fashion Week ein so hohes Ansehen genießt.

Die alle zwei Jahre stattfindende Feier von Designern, neuen Trends und kreativer Entfaltung hat sich als eines der wichtigsten Events im Modekalender etabliert. Die Recherche von Betway Online Casino zeigt, wie es sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Obwohl London – neben New York, Paris und Mailand –  die jüngste der vier großen Modewochen ist, ist sie nicht weniger prestigeträchtig und hat in ihren 37 Jahren einige hochkarätige Gäste angezogen, u. a. Margaret Thatcher, Prinzessin Diana und sogar Königin Elizabeth II.

Doch im Vergleich zu dem heutigen glitzernden Umfeld, den Scharen von Prominenten und Präsentationen mit großem Budget sind die Ursprünge der Veranstaltung etwas bescheidener, als du es dir vielleicht vorstellst.

Denk eher an Der Teufel trägt Primark, als an Der Teufel trägt Prada.

Im Februar 1984, ein Jahr nach der Gründung des British Fashion Council, fand der Großteil der Premiere der London Fashion Week auf einem Parkplatz im Westen Londons statt.

Während in der Ausstellungshalle Olympia ein Designer-Showroom eingerichtet wurde, fand das Hauptevent auf einem Laufsteg in einem Zelt, das vor dem Commonwealth Institute in Kensington aufgebaut war, statt.

1984 gab es nur 15 Shows auf den Laufstegs, doch was an Menge fehlte, machte das Programm an Qualität wieder wett – unter den Designern war auch die Modeikone Vivienne Westwood anwesend.

Das Event selbst wurde als so erfolgreich angesehen, dass sich die britische Regierung zu einer Finanzierung verpflichtete und damit die langfristige Zukunft des Events sicherte.

In den Jahren dazwischen hat sich das Event zu einem weltweiten Phänomen entwickelt, das Designer, Einkäufer und Journalisten aus der ganzen Welt anzieht.

2018 bezeichnete Anna Wintour, Chefredakteurin der Vogue, die Modeszene in London als „wunderbar und aufregend“ und „das, worum es in der Mode gehen sollte“.

Es scheint so, dass sie mit dieser Meinung nicht allein dasteht.

Zur London Fashion Week im Februar 2020, dem letzten Event, das vor der Pandemie stattfand, waren über 5.000 Gäste eingeladen. Laut Schätzungen besuchten in dieser Woche weitere 100.000 Menschen die Stadt.

Es ist kein Wunder, dass die Feierlichkeiten mit einem solchen Anstieg der Zahlen und einer größeren Nachfrage in den letzten 37 Jahren erheblich vergrößert wurden.

Im Februar 2020 waren es 72 geplante Shows und Präsentationen auf den Laufstegen – fast fünfmal so viele wie 1984.

Doch nicht nur auf dem Laufsteg wuchsen die Dinge – mehr als 250 Designer wurden eingeladen, um ihre Kollektionen zu präsentieren. Dabei gingen Aufträge im Wert von über 110 Millionen Euro ein.

Die London Fashion Week ist über den Parkplatz hinausgewachsen und findet nun in einem Umfeld statt, das für ein Nobel- und Luxusklientel standesgemäßer ist.

Zuerst einmal findet das Event heutzutage hauptsächlich in Innenräumen statt. Das Geschehen spielt sich im Zentrum Londons ab, wobei der Großteil der Shows im The Store X, das sich auf der Londoner Straße The Strand befindet, abgehalten werden.

Zusätzliche Ausstellungen werden in Zelten im Innenhof des Somerset House organisiert.

Es ist klar erkennbar, was die London Fashion Week in kurzer Zeit erreicht hat, wenn man sie direkt mit den anderen Big Four vergleicht.

Die New York Fashion Week begann 1943, gefolgt von Mailand im Jahr 1958 und Paris 1973, bevor sich London 1984 schließlich dazugesellte.

Obwohl das Event noch jung ist, beschert es der Stadt während jeder Saison geschätzte Einnahmen in Höhe von 310 Millionen Euro und kommt daher an zweiter Stelle nach den 500 Millionen Euro, die im Big Apple verprasst werden.

Was die Beliebtheit angeht, liegt die London Fashion Week mit 105.000 Besuchern pro Jahr hinter New York erneut auf Platz 2.

Zum Vergleich: unter normalen Umständen besuchen die Mailänder Modewoche ca. 22.500 Personen, während 30.000 nach Paris reisen.

Aber Zahlen und Wirtschaft sind nicht der einzige Maßstab, an dem man den Einfluss und die Entwicklung der London Fashion Week messen kann.

Sie war auch für den Karrierestart einiger der einflussreichsten Designer der Welt verantwortlich.

Das war schon bei dem allerersten organisierten Event der Fall, bei der der fünfmalige britische Modedesigner des Jahres, John Galliano, debütierte.

Galliano, der kürzlich seinen Abschluss am Central Saint Martins gemacht hat, präsentierte seine Abschlusskollektion Les Incroyables, die sich an der Französischen Revolution inspirierte.

Ein sofortiger Erfolg, da die gesamte Kollektion von Joan Burstein von Browns gekauft wurde.

Alexander McQueen und Stella McCartney gehören ebenfalls zu den Designern, die auf der London Fashion Week debütierten.

Philip Treacy hat inzwischen fünfmal den Titel „British Accessory Designer of the Year“ (Britischer Accessoires-Designer des Jahres) gewonnen. Ihm wird die Wiederbelebung der britischen Hutindustrie zugeschrieben.

Er präsentierte seine Show 1993 zum ersten Mal auf der Londoner Fashion Week und erregte Aufsehen in der Presse, nachdem er Naomi Campbell oben ohne über den Laufsteg schickte.

In jüngster Zeit hat Simone Rocha, die Tochter des legendären Designers John Rocha, Furore gemacht, als sie 2010 ihre Abschlusskollektion auf der Londoner Fashion Week präsentierte.

Rocha wurde 2016 zur Designerin für Damenbekleidung des Jahres ernannt und ihre Designs wurden bereits von Kate Middleton und Michelle Obama getragen.

Trotz dieses unbestrittenen Erfolgs stehen die Modeindustrie und Vorzeigeevents wie die London Fashion Week in nächster Zeit vor zahlreichen Herausforderungen.

Um zu überleben, müssen sie sich nochmals neu erfinden.

Die London Fashion Week, die für Februar 2021 geplant ist, findet ausschließlich online statt, wobei das gesamte Programm der Laufsteg-Shows und Präsentationen gestreamt wird.

Die Kollektionen werden auch virtuell enthüllt und in digitalen Showrooms oder bei persönlichen Terminen verkauft.

In Anbetracht der Erfolgsgeschichte wäre es jedoch gewagt, dagegen zu wetten, dass auch dieses überarbeitete Format ein voller Erfolg sein wird.

TAGS

Ernesto Germany

Ernesto Germany