Rekordweltmeister und Titelverteidiger Kanada zählt dabei wie immer zu den ganz großen Favoriten, der aktuelle Olympiasieger Finnland möchte den Gold-Erfolg der Spiele in Peking wiederholen und auch die deutschen Kufen-Cracks haben nicht zuletzt bei den Olympischen Winterspielen 2018 gezeigt, dass sie den Favoriten gefährlich werden können.

Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, untersuchen wir nachfolgend aktuelle sowie historische Daten und Fakten zur WM und stellen euch einige Erfolgsfaktoren vor, welche den Titelgewinner der diesjährigen Austragung andeuten könnten. Wer sind die großen Favoriten und welche Nationen haben eher Außenseiter-Chancen?

Erfolge bei vergangenen Weltmeisterschaften – Kanada überstrahlt alle anderen

Von den bisherigen 84 Eishockey-Weltmeisterschaften teilen sich Kanada und Russland mit jeweils 27 WM-Titeln gemeinsam den Platz an der Sonne. Zusammen konnten beide Nationen somit fast zwei Drittel aller Weltmeisterschaften gewinnen. Dahinter folgen Tschechien mit zwölf sowie Schweden mit elf Titeln. Da Russland nicht an der diesjährigen WM teilnehmen wird, sind die Kanadier, basierend auf den bisherigen Titelgewinnen, der alleinige absolute Top-Favorit – in 38% ihrer Teilnahmen wurden die Kanadier auch Weltmeister. Von den 2022 startenden Nationen konnten sieben bereits Weltmeister werden. Das deutsche Team, das noch nie eine WM gewinnen konnte, ist nach diesem Kriterium, genauso wie neun weitere Nationen, absoluter Außenseiter. Und selbst die große Eishockey-Nation USA kann erst zwei WM-Titel verbuchen, wobei der letzte Titelgewinn sogar schon mehr als 60 Jahre zurückliegt. Übrigens: Das letzte Mal, dass sich eine Nation erstmalig in die Liste der Weltmeister eintragen konnte, liegt auch schon 20 Jahre zurück - 2002 konnte die Slowakei zum ersten Mal den WM-Pokal in die Höhe recken. Nicht unwahrscheinlich also, dass auch der diesjährige Weltmeister eine Nation sein wird, die bereits in der Vergangenheit erfolgreich war. Kanada geht nicht nur als Rekordsieger, sondern auch als aktueller Titelverteidiger in das Turnier in Finnland. Bereits 35-mal konnte ein Weltmeister bei der folgenden WM seinen Titel verteidigen, so zuletzt die Schweden 2018 und die Kanadier 2016 – keine schlechten Aussichten also für „Team Canada“ sich auch in Finnland die WM-Krone erneut aufsetzen zu dürfen.

 

  • Infografik: Titel, Medaillen und Teilnahmen der WM-Teilnehmer 2022

Der Fluch des Olympiasiegers und Gastgebers – Finnland nur mit geringen Chancen?

Aktueller Olympiasieger, Weltranglistenerster und Gastgeber zugleich: Die Finnen starten mit scheinbar goldenen Aussichten in die Heim-WM. Ein Argument, das jedoch gegen Finnland als neuen Weltmeister spricht: Seit 1986 konnte mit Schweden (2013) erst ein Gastgeber auch Weltmeister werden. Zwar fand die WM bereits sieben Mal in Finnland statt, doch konnten sich dort lediglich drei Nationen die WM-Krone aufsetzen: Kanada, Schweden und Russland (bzw. die Sowjetunion). Da der Eishockey-Weltmeister jährlich gekürt wird, findet die WM auch in solchen Jahren statt, in denen die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Auffällig ist hierbei, dass seit 1968 nur ein aktueller Olympiasieger auch Weltmeister wurde (Schweden im Jahr 2006). Selbst Rekordweltmeister Kanada, der seitdem dreimal olympisches Gold holte, ging bei den darauffolgenden Weltmeisterschaften leer aus. Finnland darf sich demnach nur geringe Hoffnungen auf den WM-Titel machen.

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  • Infografik: Platzierungen der Gastgeber und Olympiasieger bei Weltmeisterschaften

Die offizielle Weltrangliste und das „Elo Rating“: Benchmark der aktuellen Stärke?

Glaubt man der aktuellen offiziellen IIHF-Weltrangliste, sind die Finnen dennoch der Top-Favorit auf den diesjährigen Titelgewinn – dicht gefolgt von Kanada und Russland. Letztere wurden jedoch von der IIHF erst kürzlich vom Turnier ausgeschlossen. Dahinter dürfen sich auch die USA und Schweden berechtigte Hoffnungen auf den WM-Titel machen. Die deutsche Auswahl liegt in der Rangliste auf Platz 9, was zumindest nach dem Ausschluss Russlands einen Platz im Viertelfinale bedeuten würde. Etwas anders sieht es im inoffiziellen „World Ice Hockey Elo Rating“ aus: Zwar darf sich auch hier Finnland die größten Hoffnungen auf den Titel machen, dahinter folgt jedoch nicht Kanada (lediglich auf Rang 5 platziert), sondern die USA, Russland und Schweden.  Das deutsche Team schneidet hingegen einen Rang schwächer ab als in der offiziellen Weltrangliste. Man darf also gespannt sein, ob die Ranglisten recht behalten oder ob sich ein Überraschungsteam den Titel schnappt.

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  • Infografik: Platzierungen der WM-Teilnehmer nach Weltrangliste

 

Eine gute Vorrunde macht noch keinen Weltmeister

Man sollte meinen, dass ein guter Turnierstart Voraussetzung für eine erfolgreiche WM ist. 2021 war jedoch das Gegenteil der Fall, als Kanada mit drei Niederlagen in die Gruppenphase startete und dennoch knapp mit drei darauffolgenden Siegen und einem Unentschieden in die Finalrunde einzog und sogar Turniersieger wurde. War es das Glück des Tüchtigen oder hatte Kanada doch noch den richtigen Teamspirit gefunden? In den letzten 25 Jahren konnten sich zwar 17 Mannschaften Weltmeister nennen, nachdem sie in der Vorrunde Gruppenerster waren, jedoch lässt sich ein Trend beobachten, dass sich diese Kausalität in den letzten Jahren verändert hat. In den letzten 10 Jahren wurden lediglich vier Mannschaften Weltmeister, nachdem sie die Gruppenphase als Erstplatzierter abgeschlossen haben. Betrachtet man außerdem die Torstatistiken der Weltmeister letzter Jahre, ist deutlich zu erkennen, dass man nicht zwingend die meisten Tore schießen muss, um den Titel zu holen. Teilweise haben die Zweit-, Dritt- oder auch Viertplatzierten bis zu zehn Tore mehr erzielt als der Weltmeister selbst.

Jung, dynamisch, erfolgreich?

Nicht immer ist Erfahrung bzw. das Alter ein Garant für sportlichen Erfolg. Zum Beispiel konnte sich Kanada im Jahr 2021 mit dem jüngsten Team aller teilnehmenden Nationen WM-Gold sichern. Auch in den Jahren zuvor war der Kader des Weltmeisters in der Regel jünger als der Kader anderer teilnehmender Nationen im Durchschnitt. Gut möglich, dass – insbesondere nach den langen, kräftezehrenden Eishockey-Saisons – die bessere Regeneration junger Spieler ein bedeutender Vorteil bei einer intensiven WM sein könnte.

Kanada mit größtem Spielerpool – Deutschland gegenüber anderen Eishockey-Nationen mit Nachteilen

Eine große Eishockey-Tradition besteht vor allem in solchen Ländern, in denen auch vor Erfindung der Kältemaschine ausreichend Eisflächen vorhanden waren bzw. sind. Da der Betrieb von Kunsteisbahnen darüber hinaus meistens sehr teuer ist, ist auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes nicht unbedeutend. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Eishockey vor allem in Nordamerika sowie Nord-, Mittel- aber auch in Osteuropa etablieren konnte. Für das Stellen einer starken Nationalmannschaft ist zudem ein möglichst großer und guter Pool an Spielermaterial von Vorteil. Erkennbar wird dies an der erfolgreichsten Eishockey-Nation Kanada: Mit landesweit über 600.000 Aktiven führt Kanada die Liste mit den meisten Eishockey-Spielern an, vor den USA mit etwas über 560.000. Betrachtet man in Relation zur Gesamtbevölkerung, so liegt auch hier Kanada vorne: 1,6% der kanadischen Bevölkerung sind Eishockey-Spieler, gefolgt von Finnland (1,3%) und Tschechien (1,2%). Deutschland hat dagegen z.B. nur etwa ein Sechstel der Eishockeyspieler, die Tschechien zur Verfügung hat – und dies bei einer Einwohnerzahl, die acht Mal so groß ist. Selbst die Schweiz hat mehr Eishockey-Spieler als Deutschland.

 

  • Infografik: Anzahl der Eishockey-Spieler und Bevölkerung der Teilnehmer

Internationale Spitzenklasse dank NHL-Stars im Kader

Doch nicht nur die Quantität an Eishockey-Spielern ist von Bedeutung. Darüber hinaus ist es wichtig, eine schlagkräftige Truppe aufs Eis zu bekommen, die auch qualitativ mit der Welt-Elite mithalten kann. Ein Indiz hierfür könnte die Anzahl an Spielern sein, die bei Teams unter Vertrag stehen, die in der weltbesten Eishockey-Liga, der nordamerikanischen NHL, spielen. 2021 holte Kanada den WM-Titel mit 20 NHL-Stars, 2015 und 2016 gar mit 23, die Schweden 2017 und 2018 mit jeweils 19 NHL-Akteuren. Jedoch zeigten die Finnen 2019, dass dies kein notwendiges Kriterium ist, hatten sie bei ihrem Titelgewinn lediglich zwei NHL-Spieler im Kader. Hier setzte Finnland insbesondere auf Spieler aus der heimischen „Liiga“. Dies zeigt, dass auch mit Nationen zu rechnen sein wird, die keine oder wenige NHL-Stars, jedoch aus europäischen Top-Ligen, aufbieten. Die aktuell stärksten europäischen Ligen sind gemäß dem offiziellen Ligen-Ranking der Champions Hockey League: Schweden, Schweiz, Österreich, Finnland, Deutschland sowie Tschechien.

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  • Infografik: Ligen der Spieler der einzelnen Teilnehmer sowie Anteil der NHL-Spieler nach Nationalität

Zusammenfassung: An den „All Stars“ führt in der Regel kein Weg vorbei

Die Klassifizierung der teilnehmenden Nationen basiert auf verschiedenen Kennzahlen

  • Aktuelle sportliche Leistungsfähigkeit: World Ranking, Elo Rating
  • Historische Erfolge: WM-Titel, WM-Medaillen, WM-Teilnahmen
  • Spielerpotential: NHL-Spieler, Demografisches Potential (Eishockey-Spieler absolut und in Prozent der Gesamtbevölkerung), Spieler anderer Top-Ligen

 

  • „All Stars“: Im internationalen Eishockey wird häufig von den sogenannten "Big Six"-Nationen gesprochen, die sich aufgrund historischer Erfolge herausgebildet haben und immer zum engsten Favoritenkreis bei internationalen Turnieren gezählt werden: Kanada, Russland, USA, Tschechien, Schweden sowie Finnland. Von den insgesamt 207 Medaillen, die in der Geschichte der Eishockey-WM verliehen wurden, wurden nur 21 von Nationen außerhalb der "Big Six" gewonnen – und nur sechs davon seit 1953 (Slowakei (4) Schweiz (2)). Es wäre also keine große Überraschung, wenn auch der Weltmeister 2022 aus der Riege der „Big Six“ (die bei dieser WM nach dem Ausschluss Russlands lediglich als „Big Five“ an den Start geht) kommen würde.
    • Kanada, USA, Tschechien, Schweden, Finnland
  • “Rising Stars”: Die „Rising Stars“ sind Nationen, in denen Eishockey etabliert ist und die in der jüngeren Vergangenheit durchaus einige Beachtungserfolge erzielen konnten (sei es bei der WM oder auch bei Olympischen Winterspielen). Darüber hinaus verfügen sie über aktuell sportliches Potential und schicken auch einige NHL-Stars aufs Eis.
    • Schweiz, Slowakei, Deutschland, Lettland
  • “Poor Dogs”: Die „Poor Dogs“ sind Nationen, die weder in der jüngeren Vergangenheit Erfolge erzielt haben noch eine aktuell starke sportliche Leistungsfähigkeit aufweisen, keine große Eishockey-Tradition besitzen oder z.B. kaum NHL-Stars im Kader haben - kurzum: Teams, mit denen bei dieser WM wohl nicht zu rechnen sein wird.
    • Norwegen, Dänemark, Kasachstan, Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich

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  • Infografik: Weltmeister-Matrix mit allen Teilnehmer-Nationen

 

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