Die Wachablösung wird eines Tages kommen – aber noch nicht jetzt. Aus dem „besten Quarterback-Duell aller Zeiten“, das viele Experten zwischen Tom Brady und Patrick Mahomes im Super Bowl LV erwartet hatten, ist der Altmeister als klarer Sieger hervorgegangen. 31:9 hieß es am Ende für seine Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs. Vor heimischer Kulisse warf der 43-jährige Brady für 201 Yards und drei Touchdowns, 21 seiner 29 Pässe kamen an. Interceptions: Fehlanzeige. Mahomes dagegen gelang zum ersten Mal in seiner Karriere als Starter kein Touchdown. Von fünf direkten Aufeinandertreffen hat Brady nun drei gewonnen.

Nach dem Super-Bowl-Sieg führt kein Weg an Tom Brady als Greatest of All Time vorbei.

Sicherlich hat die Chiefs-Pleite andere Gründe als Mahomes‘ Qualität. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Brady auf dem Weg zum Titel drei Quarterbacks mit Super-Bowl-MVP-Ehren ausgeschaltet hat. Zuvor hatte er sich bereits gegen Aaron Rodgers und die Green Bay Packers in den Conference Championships durchgesetzt. Und auch beim Kräftemessen mit Drew Brees und den New Orleans Saints in den Divisional Playoffs hatte Brady die Oberhand behalten. 

Für Brees, dessen Karriereende noch nicht bekanntgegeben, aber ein offenes Geheimnis ist, war es ein trauriger Abschied von der großen NFL-Bühne. Ein Trostpflaster mag ein Blick in die Statistiken sein. Die ganze Saison über hatten er und Brady sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um historische Bestmarken geliefert, etwa um die meisten Passing Yards. Zumindest hier hat Brees die Nase vorne. Kein anderer Quarterback vor ihm hat in seiner Karriere für 80.358 Yards geworfen. Mit 79.204 Yards sitzt ihm Brady allerdings im Nacken. In dieser Kategorie konnten auch Philip Rivers, Ben Roethlisberger und Matt Ryan während der vergangenen Monate Boden gutmachen, für einen Podestplatz kommen sie aber wohl nicht mehr in Frage.

Die besten Quarterbacks aller Zeiten:

Quarterbacks mit den meisten Passing Yards

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Wenig überraschend ist Brady dafür an anderer Stelle aktuell bester Quarterback der NFL. Mit Ablauf dieser Saison führt der Bucs-Spielmacher die Liste mit den meisten Touchdown-Pässen an. 581 Mal fand er seinen Empfänger bisher in der gegnerischen Endzone – zehn Pässe mehr als Brees. Die 500er-Marke haben Peyton Manning (539 Pässe/Platz 3) und Brett Favre (508/4) ebenfalls geknackt. Von den – zumindest bis zu dieser Saison – aktiven Quarterbacks finden sich in den Top 10 noch Philip Rivers (421 /Platz 5), Aaron Rodgers (412/7), Ben Roethlisberger (397/8) und Matt Ryan (347/10) wieder.

Quarterbacks mit den meisten Touchdown-Pässen

  1. Tom Brady, 581 TD
  2. Drew Brees, 571 TD
  3. Peyton Manning, 539 TD
  4. Brett Favre, 508 TD
  5. Philip Rivers, 421 TD
  6. Dan Marino, 420 TD
  7. Aaron Rodgers, 412 TD
  8. Ben Roethlisberger, 396 TD
  9. Eli Manning, 366 TD
  10. Matt Ryan, 347 TD
    (Quelle: www.espn.com)

Apropos Rodgers: Seine 48 Touchdown-Pässe für die Green Bay Packers waren die meisten der abgelaufenen Saison. In der ewigen Bestenliste reicht das allerdings nicht für den Platz an der Sonne – den hat Peyton Manning inne. Nachdem dieser seinen zwischenzeitlichen Rekord von 49 Pässen vorrübergehend an Brady verloren hatte, der 2007 50 Touchdown-Pässe warf, schlug Manning 2013 im Trikot der Denver Broncos zurück. Seine 55 Touchdown-Pässe aus dieser Saison sind bis heute unerreicht. 2018 zog Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs mit Bradys 50 Touchdown-Pässen gleich. Seitdem teilen sich beide Platz 2. Immerhin: Brady ist der erste 40-Jährige, dem 40 Touchdown-Pässe in einer Saison gelangen. Neben Rodgers, Manning, Brees und Dan Marino ist er zudem erst der fünfte Quarterback, der diesen Wert in zwei Saisons erreicht hat.

Quarterbacks mit den meisten Touchdown-Pässen in einer Saison

  1. Peyton Manning, 55 TD, 2013
  2. Tom Brady, 50 TD, 2007
    Patrick Mahomes, 50 TD, 2018
  3. Peyton Manning, 49 TD, 2004
  4. Dan Marino, 48 TD, 1984
    Aaron Rodgers, 48 TD, 2020
  5. Drew Brees, 46, 2011
  6. Aaron Rodgers, 45, 2011
  7. Dan Marino, 44, 1986
  8. Drew Brees, 43, 2012
    (Quelle: www.pro-football-reference.com)

Mannings 55 Touchdown-Pässe in einer Saison wird Brady wohl nicht mehr überbieten, den Passing-Yards-Rekord dagegen wohl in absehbarer Zeit. Und sicherlich sind derartige Einträge in die Geschichtsbücher eine schöne Bestätigung der eigenen Leistung. Wenn es aber um die wichtigste Kategorie geht, spielt Brady schlicht in einer Liga für sich: in der Kategorie „Gewinnen“.

Welche Quarterback-Statistik sollte man exemplarisch heranziehen? Seine perfekte Regular Season 2007 mit 16 Siegen? Seine aktuell 34 Erfolge in Playoff-Spielen? Hier belegt Joe Montana mit 16 Siegen Platz 2. Seine vier Auszeichnungen zum Most Valuable Player (MVP) im Super Bowl? Auch hier folgt Montana, der Legende der San Francisco 49ers wurde die Ehre dreimal zuteil. Je zweimal wurden Terry Bradshaw, Eli Manning und Bart Starr gekürt. Oder schaut man doch auf die alles entscheidende Kategorie – die meisten Super Bowl-Siege?

Quarterbacks mit den meisten Super Bowl Siegen

  • Tom Brady, 7
  • Joe Montana, 4
  • Terry Bradshaw, 4
  • Troy Aikman, 3
  • Eli Manning, 2
  • Peyton Manning, 2
  • Jim Plunkett, 2
  • Bob Griese, 2
  • Roger Staubach, 2
  • Ben Roethlisberger, 2
  • John Elway, 2
  • Bart Starr, 2
    (Quelle: www.wikipedia.org)

Sicherlich gibt es gerade aus Fan-Sicht einige Argumente dafür, auch anderen Namen in die Diskussion um den GOAT einzubringen. Was ist mit Dan Marino, der bei seinem Karriereende Führender in den Kategorien Completions, Yards und Touchdowns ist, aber nie einen Super Bowl holt? Wo steht Peyton Manning, der fünf MVP-Auszeichnungen (Regular Season) in seinem Schrank hat, zwei mehr als Brady? Oder ist es „Joe Cool“ Montana, dessen Magie für viele Bewunderer über bloße – und überaus imponierende – Statistiken hinausgeht? Abzuwarten bleibt, wie sich die junge Quarterback-Generation um Mahomes, Lamar Jackson oder Josh Allen entwickelt.

Letztlich führt, gerade nach dem letzten Super-Bowl-Sieg, aber wohl kein Weg an Tom Brady als Greatest of All Time vorbei. Viele trauen Mahomes allerdings zu, irgendwann in dessen Fußstapfen zu treten. Und wer weiß: Wenn beide auf ihrem unglaublichen Level weiterspielen, wird die Wachablösung ja vielleicht in einem der kommenden Super Bowls offiziell gemacht.

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