Wir erklären, wie die Kryptowährung funktioniert und analysieren, ob Casinos schon bald die Digitalgeld-Alternative anstelle von Realgeld-Transaktionen anbieten könnten.
Könnten sich neue Digitalwährungen, wie Bitcoin, als günstigere und schnellere Alternativen herausstellen, mit denen Spieler ihre Konten aufladen können? Ist es deshalb an der Zeit, die Art und Weise, wie wir für Services zahlen, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten?
Immer mehr Onlineanbieter – inklusive bekannter Namen, wie Microsoft und Expedia.de – akzeptieren diese neue (und zunehmend wertvolle) Kryptowährung. Werden wir deshalb schon bald unsere Banknoten gegen etwas deutlich abstrakteres eintauschen?
Was ist Bitcoin?
Bitcoin ist eine digitale „Kryptowährung“, die speziell mit der Internet-Generation als Zielgruppe kreiert wurde. Sie ermöglicht weltweite Transaktionen mit Digitalgeld und ihre Unabhängigkeit von Banken und Regierungen wird von ihren Unterstützern als großer Pluspunkt angesehen.
Im Jahr 2009 tauchte Bitcoin erstmals dank eines anonymen Erfinders mit dem Alias Satoshi Nakamoto auf. Viele behaupteten seitdem, Nakamoto zu sein, doch seine wahre Identität bleibt bis heute ein Geheimnis.
Im Gegensatz zu einer regulierten Währung, wie dem Euro, operiert Bitcoin in einem offenen Netzwerk, in dem die Nutzer die Kontrolle haben. Die Coins werden durch komplexe mathematische Algorithmen geschaffen, die auf den Computern der Nutzer ablaufen. Dieser Prozess wird als „Mining“ bezeichnet.
Jeder solchermaßen geschaffene Bitcoin wird zur Blockchain hinzugefügt, wobei das System so komplex ist, dass schließlich nur eine endliche Zahl an Coins erzeugt werden kann. Wurden 21 Millionen Bitcoins kreiert, wird kein weiterer Coin produziert.
Da der Wert des Kryptogeldes nicht an den Kurs von Währungen, wie Dollar & Co., geknüpft ist, steigt und fällt der Wert des Bitcoins immer dann, wenn Menschen ihn kaufen oder verkaufen.
Seit der Entwicklung von Bitcoin stieg der Preis dramatisch an. 2010 hatte er während des ersten Online-Kaufs einen Wert von gerade einmal 0,01$, doch schon 2013 stieg der Kurs auf einen Wert von 1.250$.
Große Sicherheitslücken, wie der Hack der Exchange-Seite Flexcoin, ließen den Bitcoin-Preis schon ein Jahr später bis auf 200$ einbrechen.
Doch seitdem kehrte der Bitcoin zu alter Stärke zurück und übertraf alle Erwartungen. Anfang 2017 war ein Bitcoin zwischen 800$ und 1.000$ wert. Im November 2017 stieg der Wert auf über 7.500$ – der höchste jemals aufgezeichnete Preis.

Bitcoin und Online Casino Glücksspiel
Auf den ersten Blick könnte Bitcoin eine ideale Einzahlungsoption für Online Casinospiele sein, da mehr und mehr Glücksspielseiten die Kryptowährung auf ihren Einzahlungsseiten führen.
Doch wird Bitcoin jemals VISA, MasterCard und PayPal als die bevorzugten Zahlungsmittel für Online Casino Spieler überholen? Und was passiert, wenn die Bitcoin-Blase platzt?
Was spricht dafür…
1. Transaktionen in Sekundenschnelle
Im Gegensatz zu einer Banküberweisung, bei der Nutzer bisweilen einige Tage bis zur erfolgreichen Bearbeitung warten müssen, wird eine Ein- oder Auszahlung via Bitcoin sofort durchgeführt, sodass das Guthaben gewöhnlich nur einen Tag später verfügbar ist.
2. Es sieht nicht danach aus, als würde der Wert des Bitcoin sinken
Der Wert von Bitcoin ist im vergangenen Jahr exponentiell gestiegen und der Kurs zeigt dabei keine Anzeichen für einen dramatischen Abfall in der nahen Zukunft. Einige Experten gehen davon aus, dass der Bitcoin-Wert 1 Million $ erreichen könnte, was wiederum dafür sorgen würde, dass er von Regierungen ernstgenommen wird.
3. Bisher keine Kontrolle durch Zentralbanken
Derzeit ist Bitcoin eine „demokratische“ Währung, die nicht von großen Banken und Finanzinstituten beeinflusst wird. Transaktionen sind ebenfalls sicher, verschlüsselt und steuerfrei. Doch mit dem Wachsen der Blockchain könnten höhere Stellen involviert werden.
4. Es gibt keine Gebühren
Einige Bitcoin-Exchanges haben Gebühren eingeführt, doch der Großteil der Peer-to-Peer Bitcoin-Exchanges sind kostenfrei. Die Transaktionen sind zudem komplett anonym.
5. Man kann bei großen Online-Anbietern mit Bitcoin bezahlen
Bitcoin wurde lange Zeit ausschließlich als sichere Methode zum Geldtransfer rund um die Welt genutzt. Doch mittlerweile akzeptieren immer mehr große Unternehmen Bitcoin. Web-Wallets wie PayPal ermöglichen Bitcoin-Zahlungen gegen eine kleine Gebühr pro Zahlung.

Was spricht dagegen…
1. Transaktionen können immer noch Tage dauern
Während Online-Anbieter Ein- und Auszahlungen schnell bearbeiten können, hat das Bitcoin-Netzwerk noch immer Skalierungsprobleme, da es ursprünglich als schnelle Peer-to-Peer Zahlungsoption eingerichtet wurde und nienand mit derartigem Traffic gerechnete. Die Einführung von Lightning Network und Segwit2x könnte diesen Prozess in der Zukunft jedoch deutlich beschleunigen.
2. Mining kann teuer und zeitraubend sein
Tatsächlich sind Exchanges bisher der einzige Weg, um große Mengen an Bitcoin zu lagern. Das Mining von eigenen Coins kann sowohl zeitraubend sein, als auch die Stromrechnung in die Höhe treiben. Die meisten PCs besitzen einfach nicht die Kapazität, um eine ausreichende Menge an Bitcoin zu produzieren, die den Vorgang lohnend machen würde.
3. Möglicher Kurscrash
Bitcoin bricht nachweislich immer wieder ein, vor allem wenn öffentlich diskutierte Diebstähle oder Betrugsfälle ans Licht kamen. Der Preis fiel frühzeitig im Jahr2011 um etwa 68%. Nachdem sich der freie Fall über Jahr hinweg fortsetzte, hatte Bitcoin Ende des Jahres mehr als 94% an Wert verloren.
4. Der Markt ist sehr unbeständig
Tägliche Schwankungen im Bitcoin-Kurs können riesig sein. Das ist relativ unproblematisch, solange man nicht die Absicht hat, seine Coins auszugeben. Anders sieht es aber aus, wenn man einen großen Slot-Jackpot gewinnt und sich den Gewinn in Bitcoin auszahlen lassen möchte.
5. Gestohlene Bitcoins sind nicht geschützt
Ohne Schutz seitens der Regierung bleibt der Handel mit Bitcoins ein riskantes Geschäft. Immerhin sind die führenden Exchanges heutzutage entsprechend reguliert.

Ist Bitcoin die Zukunft im Online Glücksspiel?
Werden wir nun also in den nächsten Jahren Online-Blackjack und Online-Slots mit Bitcoin zahlen?
Solange sich Websites weiterhin in diese Richtung entwickeln, steht dem nichts im Wege. Für eine dauerhafte Etablierung muss sich der Preis jedoch deutlich stabilisieren.
Ein Bitcoin muss deutlich mehr Wert sein, sodass auch Spieler mit geringen Einsätzen ihre Lieblingsspielegenießen können.
In jedem einzelnen Bitcoin sind 100 Millionen Satoshis enthalten und genau diese Satoshis würden von den alltäglichen Kunden genutzt werden. Da ein Satoshi momentan nur den Bruchteil eines Dollars wert ist, stellen Satoshis noch keine brauchbare Alternative für Casinospiele dar.
Wie hoch muss der Wert also steigen? Iqbal Gandham von eToro ist der Meinung, dass ein Bitcoin Wert von 1 Million $ pro Coin ein guter Start wäre. Mit einem 300 prozentigen Kursanstieg allein im Jahr 2017 könnten wir nicht mehr allzu weit von dieser Zahl entfernt sein.
Der Investor Steve Lambourne hat seit den Anfängen der Kryptowährungen Bitcoin gehandelt und glaubt daran, dass der Wert tatsächlich noch weiter ansteigen könnte, da sich Bitcoin als funktionale Alternative zu etablierten Währungen bewährt hat.
“Der Preis ist jetzt auf einem solchen Level, dass institutionelles Investment einen Schub bekommt und wir wahrscheinlich weitere Kursanstiege in 2018 sehen werden“, erklärte Lambourne, als wir ihn danach befragten, was wir in Zukunft erwarten können.
“Es ist noch sehr früh, doch ich denke, dass wir zunächst das Potential des Bitcoins als Gold 2.0 erfüllt sehen werden – wenn sich der Preis später stabilisiert und die Unbeständigkeit reduziert hat, kann es noch mehr als Zahlungsmittel genutzt werden.“
“Die Menschen werden immer mehr Bitcoins besitzen wollen und Online-Glücksspiel wäre eine logische Anwendung dafür.“
Online-Casinos haben im Jahre 2017 bereits viele Innovationen in Bezug auf Spielerfahrung und -erlebnis präsentiert, mit Mobil-Casinos und Apps, die den Spielern mehr Freiheit als je zuvor verschafften.
Der Umfang der Einzahlungsoptionen ist bei Casinos ebenfalls größer denn je zuvor.
Bitcoin hat für immer verändert, wie Banken über Währungen denken. Könnte die Kryptowährung es ebenfalls schaffen, schon 2018/2019 zum Standard für Einzahlungen zu werden?
Sollten sich eines Tages große Banken beteiligen wollen und ihre eigenen Kryptowährungen entwickeln, sollte niemand dagegen wetten.












