Mal ehrlich: Auch wenn Leidenschaft und Mitfiebern keinem deutschen Liebhaber des rasanten Basketballsports abgesprochen werden können, ist der Bekanntheitsgrad im Vergleich zum US-amerikanischen Vorreiter eher ernüchternd. Während die NBA in der Saison 2017/18 mit über 22,1 Mio. Zuschauern zum vierten Mal in Folge einen Rekord aufstellte, kam die deutsche BBL gerade einmal auf insgesamt 1,4 Mio. Zuschauer. Trotz deutlich günstigerer Ticket- und Bierpreise! Und doch ist die BBL auf einem guten Weg: Der Gesamtumsatz aller BBL-Klubs ist 2017/2018 auf eine Rekordsumme von 120 Millionen Euro gestiegen. Ist die BBL auf dem Weg zu einer Basketball-Topliga?

Hier bei den Betway Sportwetten, haben wir eine Infografik erstellt, die euch einen Überblick über die Unterschiede zwischen BBL und dem großen Vorbild aller Basketball-Ligen, der NBA, gibt!

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NBA- und BBL- Saison 2017/18 im Vergleich

Der Vergleich zeigt: Die Punktezahlen verlangen den Deutschen noch einiges an Leistung ab. So glänzten die amerikanischen Golden State Warriors in der letzten Saison 2017/18 mit ganzen 112,8 Points per Game. Deutschlands Tabelle wird von ALBA Berlin mit gerade einmal 89,68 Punkten angeführt. Interessanterweise aber erzielten die MHP RIESEN Ludwigsburg mit durchschnittlich 12,4 Offensive Rebounds pro Spiel knapp mehr, als es Oklahoma City Thunder gelang, dem NBA-Team mit dem OR-Topwert von 12,3 ORs.

Noch besser läuft’s in der BBL im Bereich Three Point Percentage: ALBA Berlin kann sich hier in der vergangenen Saison auf ganze 42,1% berufen – die Golden State Warriors liegen hier mit ihren 38,3% deutlich drunter. Wenn das mal keine Hoffnung für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Basketballs macht!

Der beste Spieler der letzten NBA-Saison führt LeBron James die Topscorer-Liste an – mit insgesamt 2251 Punkten in 82 Games! In der BBL legte John Bryant, ein gebürtige Kalifornier, für die Gießen 46ers in 34 Spielen ganze 620 Punkte in den Korb. Natürlich ist noch viel Luft nach oben für die BBL Spieler, dennoch wird das Potenzial der Scorer deutlich. Auf Platz zwei und drei dribbeln Lamont Jones und Scott Eatherton, die im NBA-Vergleich auch noch etwas aufholen müssen. So kratzt Jones mit 586 Punkten in 34 Spielen und 17,2 Punkte pro Spiel noch nicht einmal an in dem drittplatzierten aus der NBA, Anthony Davis (2110 Punkte, 28,1 PPG).

 

Immer mehr BBL-Spieler wandern in die NBA ab

Mit dem Stellenwert der NBA für den Basketball kann die BBL natürlich nach wie vor nicht mithalten. So hat die deutsche Liga das Problem, dass die vielversprechendsten Talente in Richtung NBA abwandern, um den großen Traum in den USA zu verwirklichen.

Der bekannteste Name und einer der besten NBA-Spieler aller Zeiten ist Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks – er war über Jahre hinweg der einzige erfolgreiche deutsche Basketballer in der NBA. Doch seit einiger Zeit wagen sich immer mehr deutsche Spieler in die NBA, wie der 25-Jährige Dennis Schröder von Oklahoma City Thunder oder der von Houston Rockets 2017 gedraftete Isaiah Hartenstein. Auch der deutsche Basketballer Daniel Theis unterzeichnete bei Boston Celtics einen Zweijahresvertrag.

Ganz neu in der NBA sind die zwei deutschen Spieler Moritz Wagner und Isaac Bonga, die im Draft 2018 von den LA Lakers gezogen wurden. Wagner wurde sogar in der ersten Runde an 25. Stelle von Tinseltown gezogen.

 

BBL 2020, die stärkste Liga Europas – ist das realistisch?

Nicht nur die NBA, sondern auch andere europäische Ligen ziehen mit höherem Gehalt und mehr europäischen Titeln junge, talentierte Spieler an. Bis jetzt sind die deutschen Klubs in europäischen Wettbewerben chancenlos – es wurde noch kein europäischer Titel von einem deutschen Team gewonnen. Gerade in der EuroLeague oder im EuroCup dominieren türkische, spanische und russische Vereine. Natürlich erschwert dies den Weg zum Ziel, 2020 die beste nationale Liga in Europa zu werden. Und langsam wird die Zeit für das ambitionierte Ziel knapp.

Ist die deutsche Basketball Bundesliga international wettbewerbsfähig?

Ein klares Fazit kann hier natürlich nicht gegeben werden. Was jedoch sicher ist, ist die Motivation und das Potential. Fähige Spieler und der Wille, zu investieren sind vorhanden. Bis jedoch, wie in der NBA, für eine Werbeplatzierung während der Finals 751.000$ verlangt werden können, wird es noch dauern…