2001 besiegt Francisco Clavet seinen Gegner Jiang Shan bei den Heineken Open Shanghai in 25 Minuten. Das mit 28 Minuten kürzeste ATP-Match bestreiten Bernard Tomic und der siegreiche Jarkko Nieminen 2014 in Miami. Eine Minute länger dauert es 1984 in Richmond, bis Vicki Nelson gegen Jean Hepner gewinnt. Aber nicht das Match. Auch nicht den Satz oder gar den Punkt. Nein, nach 29 Minuten und 643 Schlägen gewinnt Nelson lediglich den Ballwechsel und wehrt somit Hepners Satzball ab.
Es ist bis heute die längste Tennis Rally im professionellen Damentennis. Auch die Dauer des gesamten Matches – sechs Stunden und 22 Minuten für zwei Sätze – ist Rekord. Später erklärt Hepner gegenüber der New York Times, dass sie nicht sechs Stunden draußen geblieben sei, um Aufmerksamkeit zu bekommen. „Ich wollte nur so sehr dieses Match gewinnen.“ Das gelingt ihr allerdings nicht, Hepner zieht mit 6:4 und 7:6 in die nächste Runde ein.

Sehr wohl um Aufmerksamkeit geht es Will Duggan und Ron Kapp, als sie am 12. März 1988 im kalifornischen Santa Barbara auf dem Court stehen. 6.202 Mal befördern sie den gelben Filz innerhalb eines Ballwechsels angeblich über das Netz. Drei Stunden und 33 Minuten dauert das Spektakel, von dem es kein Videomaterial gibt. Ernst machen die beiden nicht – sie wollen lediglich den Rekord.

Den haben Kevin King und John Patrick-Smith beim ATP-Challenger-Turnier im kanadischen Drummondville sicher nicht im Kopf. In einem Match mit echtem Wettkampfcharakter liefern sie sich 2015 einen Ballwechsel mit 87 Schlägen. Nach zweieinhalb Minuten zwingt King seinen Kontrahenten zu einem Fehler und gewinnt die denkwürdige Rally – nicht aber das Match. Einen Schlag weniger umfasste 1978 ein Ballwechsel zwischen Björn Borg und Guillermo Vilas. Nach 86 Schlägen setzt Vilas einen Lob ins Aus. So umkämpft diese Rally auch wahr: Das Match entscheidet Borg recht entspannt in drei Sätzen für sich.

Simon gewinnt französisches Marathon-Duell

Als echte Spezialisten für lange Ballwechsel erweisen sich die beiden Franzosen Gilles Simon und Gaël Monfils. Den längeren Atem hat Simon, der zunächst beim Masters-1000-Turnier 2011 in Hamburg eine 61-Schläge-Rally und auch das Spiel für sich entscheidet. Noch dicker kommt es bei den Australian Open 2013. Damals zieht sich der längste Ballwechsel zwischen den beiden über 71 Schläge. Gewinner dieser Rally und des Matches: Gilles Simon.

Auch die besten Tennisspieler können nicht immer kurzen Prozess machen. Im US-Open-Finale 2013 zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal fliegt der Ball 54 Mal übers Netz, ehe der Serbe den Ballwechsel für sich entscheidet. Nadal jedoch gewinnt das Endspiel und macht seinen Karriere-Grand-Slam komplett. Aus jüngerer Zeit datiert ein Rekord, den Djokovic und Roberto Bautista Agut in Wimbledon aufstellen. 2019 lassen die beiden Kontrahenten den Ball im Halbfinale 45 Mal übers Netz fliegen. Seit der Einführung der Messung in Wimbledon 2005 dauerte keine Rally länger.

Auch Roger Federer darf in dieser Auflistung nicht fehlen. Im Finale von Indian Wells umfasst sein Ballwechsel mit Lleyton Hewitt 44 Schläge. Der gewinnt die Rally, Federer das Match. Aus deutscher Sicht ist Angelique Kerber mit einem Ballwechsel über 39 Schläge in Indian Wells 2019 vorne mit dabei. Letztlich gelingt ihrer Gegnerin Caroline Wozniacki der Winner.

Weltrekord für Italiener

Dem Weltrekord für den längsten Ballwechsel im Guinness-Buch kommen Federer, Djokovic und Nadal übrigens nicht ansatzweise nah, auch Nelson und Hepner sind meilenweit davon entfernt. Im Juni 2017 spielen sich die beiden Italiener Simone Frediani und Daniele Pecci den Ball 51.283 Mal zu, knapp elfeinhalb Stunden sind sie damit beschäftigt. Trinkwasser haben sie in Rucksäcken dabei. Die Erfrischungen zwingen sie aber nicht zu Toilettenpausen – die beiden tragen Windeln unter ihren Shorts.

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