In der vergangenen Saison sahen die Fans die vielleicht stärkste 2. Bundesliga aller Zeiten. Mit Werder Bremen und Schalke 04 sind die größten Namen schon wieder weg, beide Traditionsclubs schafften den direkten Wiederaufstieg. Dafür treten nun die Bundesligaabsteiger Arminia Bielefeld und die SpVgg Greuther Fürth eine Klasse tiefer an. Die Qualität von Bremen und Schalke haben sie nicht – die Chance für Hamburg? Der HSV startet den nächsten Anlauf, sich endlich aus dem Unterhaus zu verabschieden. St. Pauli, Nürnberg und Darmstadt mischten in der zurückliegenden Spielzeit ebenfalls lange im Aufstiegsrennen mit. Auch diesmal? Eine gute Rolle ist Düsseldorf zuzutrauen – sofern die Fortuna ihre Form aus der Rückrunde 2021/22 behält. Eine bessere Spielzeit als zuletzt erwartet man in Hannover.

Hamburger SV: Zwischendurch schon abgeschrieben, mit einem starken Endspurt die Relegation erreicht – und doch gescheitert. Nach einigen vierten Plätzen war der Hamburger SV so dicht dran an der Bundesligarückkehr wie nie zuvor. Mut macht die Personalie Tim Walter. Er übernahm zu Beginn der Saison 2021/22 und verpasste den Rothosen einen attraktiven und offensiven Spielstil. Zuletzt musste man Josha Vagnoman zum VfB ziehen lassen, Faride Alidou läuft künftig für Eintracht Frankfurt auf. Dafür holte man unter anderem Laszlo Benes von Borussia Mönchengladbach. Überzeugende Testspiele, ein hungriges Team und ein Trainer, der nicht erst ein neues System installieren muss: In einer 2. Bundesliga ohne großen Favoriten spricht einiges für den HSV als Aufsteiger. Am Sonntag möchten die Hamburger mit einem Auswärtssieg bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig starten.

Fortuna Düsseldorf: Seit dem 22. Spieltag 2021/22 sitzt Daniel Thioune auf der Düsseldorfer Trainerbank. In 13 Auftritten gab es dabei nur eine einzige Niederlage, am letzten Spieltag gegen St. Pauli. Entsprechend zuversichtlich geht man bei der Fortuna in die anstehende Saison. Vor allem Rouwen Hennings und Khaled Narey bilden ein brandgefährliches Angriffsduo. Letzterer steht zwar möglicherweise vor einem Engagement bei PAOK Saloniki, doch der extrem gut eingespielten Fortuna ist es zuzutrauen, einen möglichen Verlust zu verkraften. Auch ohne ihn wird das hohe und wirkungsvolle Pressing der Düsseldorfer Früchte tragen. Kann man die Form der vergangenen Rückrunde in die bevorstehende Spielzeit retten, wird mit der Fortuna im Aufstiegskampf zu rechnen sein. Los geht’s am Samstag beim 1. FC Magdeburg .

Arminia Bielefeld: Stefan Ortaga, Patrick Wimmer, Amos Pieper – die Abgänge der drei Leistungsträger tun Bielefeld richtig weh. Das Trio war nach dem bitteren Gang in die Zweitklassigkeit nicht zu halten und wird auch nur schwer zu ersetzen sein. Zudem steht mit Uli Forte ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Brauchen die Arminen Zeit, sich an dessen Spielphilosophie zu gewöhnen, oder sorgt der Schweizer gleich für frischen Schwung? Zuletzt gab es überzeugende Testspielsiege gegen Olympiakos Piräus (3:1) und PSV Eindhoven (4:0). Zudem kann Bielefeld weiter auf Publikumsliebling Stefan Klos zählen. In der Bundesliga wollte es für den Goalgetter nicht recht klappen mit dem Toreschießen, vielleicht findet er eine Liga tiefer zu alter Stärke zurück. Wie die Saison für Bielefeld verläuft, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell alle neuen Zahnräder ineinandergreifen. Ein Auswärtssieg beim SV Sandhausen wäre für die Arminen ein Auftakt nach Maß.

Darmstadt 98: Auf Rang 4 und punktgleich mit dem HSV beendete Darmstadt 98 die vergangene Saison. Nun müssen die Lilien ohne Toptorjäger Luca Pfeiffer auskommen, der zum FC Midtjylland zurückkehrt, sowie auf den zu Union Berlin gewechselten Tim Starke. Dafür lotste man das schwedische Talent Oscar Vilhemsson ans Böllenfalltor. Vom FC Turin kam zudem Magnus Warming. Der Flügelspieler traf bei der Generalprobe gegen die SpVgg Bayreuth zum zwischenzeitlichen 4:0. Torsten Lieberknecht hat ein funktionierendes Team, das Gegner mit Pressing und Gegen-Pressing stressen kann. Auch der Konkurrenzkampf stimmt den Coach zuversichtlich. In einer Favoritenrolle sieht Lieberknecht seine Mannschaft aber nicht. Darmstadt beginnt die neue Saison mit einem Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg .

Hannover 96: Mit Platz 11 in der Vorsaison blieb Hannover deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Startschwierigkeiten kosteten Jan Zimmermann früh den Job, Nachfolger Christoph Dabrowski hielt das Team zumindest von den Abstiegsrängen fern. Zu wenig für die Ansprüche der 96er. Nun hat Stefan Leitl das Kommando in Hannover. Dass der 44-Jährige weiß, wie man aufsteigt, bewies er bereits mit der SpVgg Greuther Fürth. Nun soll er vor allem die zuletzt viertschwächste Offensive der 2. Bundesliga ankurbeln. Unter anderem muss das Team aber den Abgang von Tempodribbler Linton Maina verkraften. Auch die Routiniers Dominik Kaiser oder Mike Frantz sind nicht mehr mit an Bord. Dafür verstärkte man sich recht prominent mit u. a. Louis Schaub (Köln), Max Besuschkow (Regensburg) oder Havard Nielsen (Greuther Fürth). Gemeinsam mit einem erfahrenen Trainer an der Seite kann das die richtige Mischung sein, um trotz Umbruch oben mitzuspielen. Die erste Bewährungsprobe ist gleich ein Auswärtsspiel beim euphorisierten Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern – mit einem Auswärtssieg ?

FC St. Pauli: Mit einigen Fragezeichen startet der FC St. Pauli in die Saison 2022/23. Nach dem verpassten Aufstieg 2021/22 und einem personellen Aderlass zählen die Kiezkicker sicher nicht zum engeren Kreis der Favoriten. Besonders die Abgänge von Guido Burgstaller (Rapid Wien) und Daniel-Kofi Kyereh (SC Freiburg) könnten die Offensive aus dem Tritt bringen. Hinten verliert man mit den Innenverteidigern Philipp Ziereis und James Lawrence nicht nur Stabilität, sondern auch Führungsfiguren. Als Ersatz sind u. a. Stürmer Johannes Eggestein und David Nemeth in der Abwehr vorgesehen. Dennoch: Bisher war Pauli relativ zurückhaltend auf dem Transfermarkt. Es wäre daher wenig überraschend, wenn in den kommenden Tagen noch weitere Neuzugänge präsentiert würden. Bis dahin bleiben die Norddeutschen eine große Unbekannte. Vielleicht ist man nach dem Auftakt gegen den 1. FC Nürnberg schlauer.

1. FC Nürnberg: 2021/22 blieb Nürnberg lange in Schlagdistanz zu den Spitzenteams in Liga 2, erst gegen Ende musste der Club abreißen lassen. Ein Manko war die mangelnde Torgefahr. Nun haben die Franken aufgerüstet: Mit Manuel Wintzheimer (Hamburger SV), Christoph Daferner (Dynamo Dresden) und Kwadwo Duah (FC St. Gallen/Schweiz) verpflichtete man drei Neue für den Angriff. Ob sie die nötige Durchschlagskraft entwickeln können? Aus dem Trio gelang lediglich Duah ein Tor in den Testspielen – er traf beim 3:5 gegen den FC Arsenal. Wintzheimer und Daferner gingen leer aus. Gleich am ersten Spieltag steht das Topduell mit dem FC. St. Pauli an. Ein Sieg könnte die Saison für Nürnberg gleich in die richtigen Bahnen lenken.

Greuther Fürth: Nach einer völlig desolaten Hinrunde 2021/22 mit lediglich fünf Pünktchen hatte man bei Greuther Fürth schnell Planungssicherheit. Nun steht der Neuaufbau bevor. Elf Abgänge müssen die Franken auffangen und dabei Stammkräfte wie Paul Seguin und Jamie Leweling (beide Union Berlin) oder Maximilian Bauer (FC Augsburg) ersetzen. Havard Nielsen stürmt fortan für den Ligakonkurrenten Hannover 96. Bei den Neuzugängen setzt das Kleeblatt überwiegend auf Talente, abgesehen von Oussama Haddadi (30 Jahre) und Nils Seufert (25). Auf Bundesligaerfahrung können Immerhin schon Luca Itter (SC Freiburg) und Ragnar Ache (Eintracht Frankfurt) verweisen. Nachwuchskräfte wie Sidney Raebiger (17) und Armindo Sieb (19) müssen den Sprung in ein Profi-Team erst noch vollziehen. Auch Trainer Marc Schneider, den man aus der 2. belgischen Liga von Waasland-Beveren holte, wird eher Kennern ein Begriff sein. Von ihm wird vor allem erwartet, die jungen Spieler zu entwickeln. Spielt man oben mit, umso besser. Los geht es für Fürth gegen Holstein Kiel .

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