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Manchmal liegen Freud und Leid sehr eng beieinander. Die Schalker „Meister der Herzen“ oder „Vier-Minuten-Meister“ von 2001 sind das vielleicht prominenteste Beispiel im deutschen Profifußball. Doch auch bei Ingolstadt spielten sich zuletzt dramatische Szenen ab.

Nach dem Abpfiff am letzten Spieltag der Drittligasaison 2019/2020 wähnte man sich durch einen 2:0-Erfolg bei 1860 München für kurze Zeit auf einem direkten Aufstiegsplatz. Mitkonkurrent Würzburg lag parallel mit 1:2 gegen den Außenseiter aus Halle hinten. Ein Strafstoß in der Nachspielzeit bescherte den Kickers jedoch noch den Ausgleich und damit das Ticket für die 2. Bundesliga. Für Ingolstadt bedeutete das: nachsitzen gegen den 1. FC Nürnberg .

Wiesinger, übernehmen Sie!

Bereits eine Woche zuvor hatte der Club durch ein 1:1 bei Holstein Kiel den Klassenerhalt im deutschen Unterhaus verpasst. Die Bilanz seit dem Re-Start liest sich verheerend. Aus neun Spielen holten die Franken lediglich einen Sieg. Der fiel mit 6:0 gehen Wiesbaden zwar denkbar hoch aus, das nächste Tief folgte mit einem 0:6 gegen den VfB Stuttgart aber umgehend. Am Ende kostete das schlechte Abschneiden Trainer Jens Keller den Job. In den beiden Relegationsspielen betreut Michael Wiesinger das Team.

„Es wird keinen offenen Schlagabtausch geben“, kündigte der Ex-Profi, der vom ehemaligen „Torphantom“ Marek Mintal unterstützt wird, bereits an. Wie sich Entscheidungsspiele anfühlen, weiß Wiesinger. Ausgerechnet den FC Ingolstadt führte er 2010 – in seiner ersten Station als Profitrainer – über den Umweg Relegation zurück in die 2. Bundesliga. Den psychologischen Vorteil sieht er beim Drittligisten. Das klassentiefere Team kommt schließlich meistens aus seiner Erfolgsserie.

Schanzer schwer zu knacken

Das trifft in diesem Fall zu. Ingolstadt präsentierte sich nach der Zwangspause extrem fokussiert und musste lediglich eine Niederlage in zehn Partien hinnehmen. In sieben der letzten acht Spiele behielt man eine weiße Weste. „Die Mannschaft hat sich gefunden, weiß, was zu tun ist“, sagt Ex- und Neu-Coach Thomas Oral, der bereits zum dritten Mal die Geschicke der Schanzer lenkt und ebenfalls Relegationserfahrung mitbringt. 2019 scheiterte er mit seinem Team lediglich wegen der Auswärtstorregel an Wehen Wiesbaden. Die Hessen stiegen auf, Ingolstadt blieb nur der Gang in die Drittklassigkeit.

„Wir haben da etwas gutzumachen“, sagt Oral deshalb vor dem Hinspiel, das am Dienstag um 18:15 Uhr im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg angepfiffen wird. Das Rückspiel findet am Samstag um 18:15 Uhr in Ingolstadt statt. Ein Blick auf die Statistik zeigt jedenfalls, dass die höherklassigen Mannschaften in den Duellen 2. gegen 3. Liga nicht unbedingt die Favoritenrolle innehaben: Seit die eingleisige 3. Liga eingeführt wurde, zogen die Zweitligisten in elf Aufeinandertreffen achtmal den Kürzeren.

 

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