Wenn auf Schalke andere Themen mehr und heißer diskutiert werden, als das anstehende Revier-Derby, sagt das viel über den Zustand des Klubs aus. Seit Wochen sucht der neue Sportvorstand Jochen Schneider nach neuem Personal für die Schalker Zukunft – ein neuer Trainer wird benötigt, nachdem der junge Tedesco den Hut nehmen musste, und auch ein neuer Kaderplaner soll kommen.

Den scheinen die Knappen tatsächlich bitter nötig zu haben, denn die Schalker Spieler performen so schlecht wie seit 36 Jahren nicht mehr. Und dann werden die Fans auch noch verrückt gemacht mit dem drohenden Abgang des einzigen Schalker Lichtblicks dieser Tage – Torhüter-Talent Alexander Nübel hat gerade erst Ralf Fährmann aus dem Kasten verdrängt, schon soll ihn der FC Bayern auf dem Zettel haben.

 

Schalke spielt eine Katastrophensaison

30 Bundesligaspiele mit lediglich 32 Toren stehen für die Schalker zu Buche – zum Vergleich: Der BVB schoss bei der gleichen Anzahl Partien stolze 72 Tore. Die Königsblauen tun sich wahnsinnig schwer damit, sich Torchancen zu erspielen und, wenn es denn gelingt, sie zu verwandeln. Die Schalker werden aller Voraussicht nach auch in Dortmund in erster Linie darum bemüht sein, den BVB weg vom eigenen Kasten zu halten. Ebenfalls keine herausragende Fähigkeit des S04 dieser Tage: das Team um Sané, Stambouli und Co hat 52 Tore kassiert. Auch hier der Vergleich: Der BVB bekam 36 Tore eingeschenkt.

Nur eines der letzten 12 Bundesligaspiele konnte Schalke gewinnen – und das war gegen den Abstiegskandidaten Nr.1, Hannover 96, noch dazu knapp und eher glücklich mit 1:0. Noch eine Statistik, die den Schalkern wenig Hoffnung für Samstag machen sollte: Seit es die Drei-Punkte-Regelung in der Bundesliga gibt, stand nur ein Verein mit 27 Punkten nach 30 Spieltagen nicht auf einem Abstiegsplatz – das war Energie Cottbus 2008/2009.

 

In dieser Saison trennen Schalke und Dortmund nicht nur Punkte, sondern Welten

13 Tabellenplätze über den Schalkern steht Borussia Dortmund und hat den Blick, anders als die Gäste, nach oben statt nach unten gerichtet. Schmerzlich aus Schalker Sicht: So weit auseinander lagen die beiden Revierklubs seit Beginn der Bundesliga 1963 noch nie.

Erstmals nach sechs Jahren könnte in dieser Saison also wieder ein Team, das nicht FC Bayern heißt, die deutsche Meisterschaft für sich entscheiden – doch noch steht der BVB hinter den Münchenern in der Tabelle. Die Dortmunder waren 2015/2016 zuletzt so gut unterwegs wie heute – damals unter Thomas Tuchel wollte die Meisterschaft jedoch auch schon nicht gelingen…

 

Dortmund ist zu Hause eine Macht

Dortmund ist die heimstärkste Mannschaft der Liga – als einziges Team hat der BVB noch nicht zu Hause verloren. Zudem verfügt die Mannschaft von Lucien Favre mit Marco Reus und Jadon Sancho über zwei absolute Top-Scorer in den eigenen Reihen, die zusammen auf 27 Tore und 29 Assists kommen – fast so viele wie die gesamte Schalker Mannschaft zustande bekommen hat! Die einzigen kleinen Fragezeichen, mit denen Dortmund ins Derby geht, betrifft die hintere Außenbahn – Hakimi, Pisczek und Wolf drohen allesamt auszufallen. Lucien Favre selbst gewann übrigens vier seiner letzten fünf Spiele gegen Schalke 04 – auch das spricht für den BVB.

Der S04 muss dem BVB dieser Tage wahrlich wenige Sorgen machen, denn dieser hat sehr viel mit sich selbst zu klären. Wenn es Schalke gelingt, ungeahnte Kräfte in ihrer Truppe zu mobilisieren, ist maximal ein Remis für die Königsblauen herauszuholen. Historisch betrachtet hat Schalke mit keinem anderen Gegner so oft die Punkte geteilt wie mit dem BVB. Wahrscheinlicher allerdings ist, dass der BVB seine Chance gegen schwächelnde Schalker nutzt, um im Meisterschaftskampf auf Kurs zu bleiben.

 

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