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Fast hätte Borussia Dortmund schon 2018/19 die Sensation geschafft und Rekordmeister FC Bayern München nach sechs Meisterschaften in Folge vom Thron der besten deutschen Profi-Fußball-Liga gestoßen. Am Ende jedoch triumphierte erneut der Favorit. Für BVB-Bosse Watzke und Zorc sowie ihre ligaweiten Kollegen heißt es nun: Zurück an den Schreibtisch und vieles neu überdenken.

Vor personellen Entscheidungen wurde dabei bei großen wie kleinen Bundesligisten nicht lange Halt gemacht. Durch die Bank versuchen sich die Vereine zumindest punktuell zu verstärken. Mancher Klub kann sich trotzdem keine Meisterschaftshoffnungen machen, andere können den nächsten Schritt potenziell schaffen. Diese Mannschaften haben bislang am tiefsten in die Tasche gegriffen...

 

Dortmund will die Revanche

An der Spitze der Liga darf man zwar die gleichen Teams wie zuletzt vermuten, doch keines der deutschen Top-Teams scheut sich davor, für das nächste Jahr einiges an Geld in die Hand zu nehmen. Dadurch könnte die siebenjährige Bayern-Herrschaft womöglich nach der kommenden Spielzeit ein Ende haben.

Insbesondere Vize-Meister Borussia Dortmund möchte das Verpassen der Meisterschaft nicht so einfach auf sich sitzen lassen. War schon lange vor Abpfiff des 34. Spieltags klar, dass Knipser Paco Alcácer eine weitere Saison in schwarz-gelb spielen würde, schlugen die Borussen nach Saisonende gleich dreimal hochkarätig zu. Mit Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) und den deutschen Nationalspielern Nico Schulz (TSG 1899 Hoffenheim) und Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen) lotsten Watzke und Co. gleich drei Stars von direkten Ligakonkurrenten in den Ruhrpott. Das ließen sich die Dortmunder auch durchaus etwas kosten: 76 Millionen Euro gingen für das Trio über den Ladentisch.

Mitte der letzten Woche dann die nächste personelle Sensation. Mit Innenverteidiger Mats Hummels kehrt für weitere 30,5 Millionen nicht nur ein Ex-Borusse, sondern ein ehemaliger Kapitän des BVB an seine alte Wirkungsstätte zurück. Das Plus an Erfahrung kann der jungen Verteidigung des Vize-Meisters nur guttun. Dortmund scheint bereit für den nächsten Angriff auf die Schale – und das Transferfenster hat gerade erst begonnen.

 

Champions-League-Klubs verstärken sich punktuell

Für Verstärkung haben indes auch die weiteren Europa-Teilnehmer gesorgt. Dabei fallen die Summen bislang jedoch deutlich geringer aus. Pokalfinalist RB Leipzigs namhafteste Neuverpflichtung heißt dabei Hannes Wolf, ist 20 Jahre alt und spielt im offensiven Mittelfeld. Der Youngster kommt – wie so oft bei den „Bullen“ – von Schwester-Klub Red Bull Salzburg.

Einen bekannteren Namen konnte Bayer Leverkusen ergattern. Die Werkself schnappte sich zunächst Liga-Konkurrent Hoffenheims Mittelfeldstar Kerem Demirbay für 32 Millionen Euro, der den schmerzlichen Verlust Julian Brandts etwas lindern soll. Dazu kam später mit dem französischen Linksaußen Moussa Diaby ein schon jetzt spielstarkes Offensiv-Juwel, von dem sich die ohnehin angriffslustige „Werkself“ zukünftig noch mehr Torgefahr erhofft. Die Rheinländer, die mit Niederländer Daley Sinkgraven auch einen neuen Linksverteidiger finden konnten, scheinen mit Trainer Peter Bosz 2019/20 große Ambitionen zu haben. Die erneute Europa-Qualifikation muss für Bayer das Mindestziel sein.

 

Schwierige Situation für Gladbach und die Eintracht

Weniger einfach wird das für Europa-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach. Die „Fohlen“ haben noch keinen adäquaten Ersatz für ihren abtrünnigen Star Hazard gefunden, in Stefan Lainer lediglich die Defensive mit einem international erfahrenen Rechtsverteidiger aus Österreich solide verstärkt.

Dafür legte der Bundesligist vom Niederrhein immerhin 12 Millionen Euro auf den Tisch. Dass Lainer jedoch nicht der alleinige Garant für eine erneut starke Saison sein wird, weiß auch der neue Borussen-Coach Marco Rose wissen. Der war immerhin schon bei Red Bull Salzburg für den Abwehrspieler verantwortlich und kennt Stärken und Schwächen des 26-Jährigen. 

Für kein Europa-League-Team aus Deutschland ist auch eine erneute Qualifikation garantiert. Der VfL Wolfsburg hat bisher in erster Linie gut 10 Millionen Euro in die Stabilisierung seiner Außenverteidigung investiert hat und so namentlich Schweizer Kevin Mbabu aus Bern und Paulo Otávio vom FC Ingolstadt in die Autostadt gebracht.

Und die Frankfurter Eintracht? Die Sensationsmannschaft der vergangenen Spielzeit hat zwar mit 60 Millonen eine Rekordsumme für ihren Superstar Luka Jovic erhalten. Doch Geld schießt zumindest so lange keine Tore, wie man es nicht für Ersatz ausgibt. Darum hat sich die SGE bereits den nächsten serbischen Jung-Stürmer unter den Nagel gerissen: Dejan Joveljic ist erst 19 Jahre alt, kommt für 4,5 Millionen von Roter Stern Belgrad und erzielte in der letzten Saison immerhin acht Tore.

Mit 17 Jovic-Treffern allein im Liga-Wettbewerb der vergangenen Spielzeit kann das allerdings nicht im Geringsten mithalten. Eintracht Frankfurt muss für die nächste Saison, trotz der nun auch festen Verpflichtung von Leihspieler Filip Kostic, womöglich 2019/20 tiefer stapeln – es sei denn, die übrigen knapp 46 Jovic-Millionen werden noch sinnvoll in neues Personal umgemünzt.

 

Bayern trotz allem Favorit

Doch Transfers der Konkurrenz hin oder her: Das zu schlagende Team in der Bundesliga wird im Meisterschaftskampf erneut der FC Bayern sein. Nicht nur, weil der amtierende Meister immer einen Favoritenstatus innehat. Nein, noch bevor die insgesamt 29. Meisterschaft in trockenen Tüchern war, hatte der FC Bayern schon mehr Geld ausgegeben als viele Liga-Konkurrenten jemals erübrigen könnten.

Allein die Verpflichtung des französischen Abwehr-Duos Benjamin Pavard und Lucas Hernández war dem Rekordmeister 100 Millionen Euro wert. Wenn man aber Uli Hoeneß‘ Aussagen glauben darf, ist es damit noch lange nicht getan. In der Tat: Zwischen Callum Hudson-Odoi, Ante Rebic und Leroy Sané ist die kolportierte Wunschliste der Bayern lang.

Vollzug konnte bislang jedoch noch an keiner der bayrischen Offensiv-Baustellen gemeldet werden. Auch ohne weitere Spieler wäre der FCB aber wohl – Stand jetzt – Favorit auf die nächste Meisterschaft. Das Transferkarussell wird sich bis zum Anpfiff der neuen Saison allerdings sicher noch einige Male drehen. Und die Bundesliga-Konkurrenz scheint schon jetzt stärker als in der abgelaufenen Spielzeit. Da triumphierten die Münchner erst am letzten Spieltag.

 

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