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Roulette-Strategie 101: Lässt sich mit Hilfe der Chaostheorie das System schlagen?

Wenn du Online Roulette spielst, kannst du auf unzählige Wettsysteme zurückgreifen. Einige bedienen sich einfacher Nummernkombinationen, um Spielern dabei zu helfen, möglichst das richtige Nummernfach, auf dem die Kugel zum Stehen kommt, zu erraten. Andere wiederum helfen beim Bankroll Management und dabei, den Hausvorteil zu schlagen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Chaostheorie als Möglichkeit herauskristallisiert, mit der man seine Gewinnchancen beim Roulette erhöhen kann. Liefern mathematische Systeme etwa eine Lösung für Spieler, die ihre Bankroll mit dem Martingale-System durchgebracht haben? Sehen wir uns das mal genauer an.  

Was ist eigentlich die Chaostheorie?

Die Chaostheorie ist ein der angewandten Mathematik zugeordnetes Teilgebiet, das sich mit den Auswirkungen  veränderter Ausgangsbedingungen auf ein dynamisches System beschäftigt. Sie untersucht Dinge, die unmöglich vorhergesagt werden können, wie etwa Wettermuster oder elektrische Impulse des Gehirns.

Das berühmteste Beispiel ist eine scheinbar harmlose Handlung, die zufällig auf der einen Seite unserer Welt erfolgt (wie der Flügelschlag eines Schmetterlings), und letztendlich eine Kettenreaktion auslöst, die am anderen Ende der Welt ein Erdbeben oder eine Katastrophe hervorruft.

Einige Wissenschaftler denken, dass die Chaostheorie auf „zufallsbedingte“ Glücksspiele wie Roulette angewandt werden kann. Ist es denn so einfach, die Ergebnisse an einem Roulettetisch, der in Präzisionsarbeit gefertigt wurde – die Größe und Form der Fächer bzw. die Zuverlässigkeit der Mechanismen werden strengen Überprüfungen unterzogen, bevor sich ein Spieler ihnen auch nur nähern darf – vorherzusagen?

Wie wird die Chaostheorie beim Online-Roulette angewandt?

Bei jedem Glücksspiel  gibt es einen Hausvorteil – einen statistischen Vorteil, den die Spielbank gegenüber den Spielern hat. Beim Roulette ergibt sich dieser aus dem System der Gewinnauszahlungen verschiedener Wetten.

Die Wahrscheinlichkeit, eine richtige Nummer beim europäischen Roulette zu bestimmen liegt bei 37:1, denn es gibt 37 Fächer, in denen die Kugel zum Stehen kommen kann. Die tatsächliche Gewinnauszahlung liegt bei 35:1 – ein sehr viel geringerer Wert.

Für die Außenwetten, wie rot/schwarz oder gerade/ungerade, stehen die Chancen bei 1:1. Doch ein einziges grünes Fach mit einer Null macht ALLE Außenwetten zu Verlustgeschäften. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, deine Wette zu gewinnen, liegt etwas höher.

Langfristig betrachtet liegt der Hausvorteil beim europäischen Roulette bei rund 2,7 Prozent. Bei der amerikanischen Variante, bei der es zwei grüne Fächer gibt (die Null und die Doppel-Null) beträgt er 5,26 Prozent.

Aktuelle vom American Institute of Physics im Jahre 2012 veröffentlichte Forschungsergebnisse zeigen Außergewöhnliches: Der durchschnittliche Gewinn an einem Standard-Roulettetisch kann durchaus bei 18 Prozent liegen, falls dem Spieler im Vorfeld bestimmte Faktoren bekannt waren.

Untersucht man die Neigung eines Kessels oder auch die darin auftretende Reibung, könne man laut Forschern das Ergebnis eines Spins zuverlässiger vorhersagen. Die Räder werden älter, die Luftfeuchtigkeit kann sich geringfügig verändern. Doch diese winzigen Veränderungen der Ausgangsbedingungen, so argumentieren Forscher, bringen dem Spieler einen Vorteil.

Nachteile der Anwendung der Chaostheorie bei Glücksspielen

Die Chaostheorie besagt, dass winzige Änderungen der Umwelt zu gravierend veränderten Ergebnissen führen können. Um diese geringfügigen Änderungen zu untersuchen muss man ganz schön viel Aufwand betreiben.

Wissenschaftler vom American Institute of Physics, die zum Thema Glücksspiel forschen, haben mit Spezialgeräten einen winzigen Fehler beim verwendeten Roulettekessel gemessen. Das Rad wies eine geringfügige Neigung auf, die sich langfristig auf die Ergebnisse beim Drehen des Rades auswirkte.

Die meisten Gelegenheitsspieler haben gar keinen Zugriff auf derart teure Testanlagen. Ein Casino würde jeden  Besucher rauswerfen, der nach einer Möglichkeit sucht, die hauseigenen Geräte eingehend zu untersuchen.

Die Fehlersuche in der Software von Online Casinos gestaltet sich noch schwieriger. Online Roulettespiele werden durch Pseudozufallszahlengeneratoren (Pseudo Random Number Generators - PRNG) betrieben, die bestimmen, auf welches Feld die Kugel aufschlägt. Algorithmen werden nach dem Zufallsprinzip aus Millionen möglicher Kombinationen erstellt, wobei die Zufälligkeit dieser regelmäßig durch unabhängige Institute überprüft wird. Ein Spieler müsste Millionen von Spins vergleichen, um einem fehlerhaften Funktionieren eines Zufallszahlengenerators auf die Schliche zu kommen.

Versuch mal mit der Chaostheorie deine Gewinnchancen beim Roulette zu erhöhen

Die Chaostheorie kann Situationen beeinflussen, in denen "Feedback" vorhanden ist. Börsen können ins Chaos stürzen, wenn die Öffentlichkeit in Panik verfällt und Aktien in beträchtlicher Anzahl kauft oder verkauft.

Doch das Roulette existiert scheinbar in einem Vakuum: die Spielmechanismen werden im Vorfeld bestimmt; weder eine Erhöhung des Wetteinsatzes noch das Spielerverhalten kann das Ergebnis beeinflussen. Um die Chaostheorie beim Roulette eingehend zu untersuchen müsstest du monate- oder gar jahrelang forschen, um irgendwie geartete Ergebnisse zu bekommen.