Die Toronto Raptors hatten sich in der Saison 2017/18 an die Spitze der Eastern Conference gespielt, stellten zwei All-Stars und schieden gleich in der zweiten Runde der Playoffs aus. Die Reaktion des Klubs war gnadenlos und doch entpuppt sie sich nun womöglich als sensationell. Denn die Verantwortlichen der derzeit einzigen kanadischen NBA-Franchise lösten den Kern des Teams auf. All Star DeMar DeRozan wurde für Kawhi Leonard zu den San Antonio Spurs getradet, später in der Saison musste auch Center Jonas Valanciunas seine bis dahin einzige NBA-Heimat verlassen.

Wie bei jedem Neustart bekamen andere Personen mehr Verantwortung zugesprochen. Zum einen Kyle Lowry, dem verbliebenen All Star, doch auch jungen Akteuren wie Pascal Siakam und Bank-Spielern wie Fred Van Vleet sollte fortan mehr Last aufgebürdet werden. Und dann gab es da eben Kawhi Leonard, der sich in feinster Aubameyang-/Dembélé-Fußballer-Manier nach einer Verletzung aus San Antonio weg gestreikt hatte. Der fast ein ganzes Jahr keinen Wettbewerbsbasketball gespielt hatte. Der nur noch ein Jahr Vertrag hatte.

 

Das Glücksspiel um Leonard

Es war sicher ein Risiko alles auf diese Karte Namens „Kawhi Leonard“ zu setzen. Doch galt der Forward vor seiner Verletzung nicht umsonst als vielleicht bester Two-Way-Player – einer, der Spielen sowohl offensiv als auch defensiv den Stempel aufdrücken kann. Dazu war der zweifache „Verteidiger des Jahres“ in Bringschuld: Das letzte Vertragsjahr bedeutete zugleich, dass Leonard allen beweisen musste, dass er auch in kommenden Jahren noch viel Geld wert ist, dass er vielleicht sogar noch ein ganzes Stück besser ist als noch 2014. Damals hatte „The Claw“ noch 22-jährig mit den Spurs die Meisterschaft gewonnen und war zum besten Spieler der Finalserie – dem Finals-MVP – gekürt worden.

Heute ist klar: Kawhi Leonard ist besser. Nicht nur besser als 2014, er ist besser als je zuvor und noch dazu als fast jeder andere Basketballer. Während der „Regular Season“ verzeichnete der Neu-Raptor durchschnittlich mehr Punkte (26,6) und Rebounds (7,3) als je zuvor.

Für den erneuten ersten Platz in der Eastern Conference reichte es vor den Playoffs dann zwar nicht ganz, mit Beginn des Meisterschaftsturniers bewies das kanadische Team dann aber, dass die Ambitionen der Raptors für die NBA-Finals reichen. Letztlich war es wieder Leonard, der mit elf Spielen, in denen er über 30 Punkte erzielte, für den Einzug in die Endspiel-Serie sorgte. Den ersten in der Geschichte der Franchise aus Toronto.

 

Die Kategorie „GOAT“

Obwohl der neue Superstar der „Dinos“ in den Playoffs mit 31,2 Punkten und 8,8 Rebounds im Schnitt nun noch besser performt als in der regulären Spielzeit, wird der 27-Jährige nicht müde, die Wichtigkeit eines funktionierenden Mannschaftsgefüges hervorzuheben. Er hat Recht. Die Verpflichtung von Spanier Marc Gasol – ebenfalls ehemaliger „Verteidiger des Jahres“ – und die Leistungssteigerung von Siakam und Co. trugen und tragen ihren Teil zur Erfolgsgeschichte der Raptors bei.

Dass diese aber nun aber gegen den amtierenden Meister, die Golden State Warriors aus Oakland, weitergeht, das liegt zu einem Großteil an Kawhi Leonard. Dessen heldenhaften Leistungen suchen ihresgleichen. Sie finden sich lediglich bei Spielern der Kategorie „LeBron James“ und „Michael Jordan“ – solchen Spielern, die von zahlreichen NBA-Fans als „GOAT“ (Greatest of all Time) bezeichnet werden.

Sollten die Raptors, die im Finale trotz allem Außenseiter sind, das Wunder schaffen, sollte die Meisterschaft an den einzigen kanadischen NBA-Klub gehen, dann muss man überlegen, auch Leonard in diese Kategorie aufzunehmen.

 

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