Es wird ein Schatten über dem United Center in Chicago liegen, wenn die besten Basketballer der Welt am kommenden Wochenende zu ihrem jährlichen Schaukampf antreten: dem NBA All-Star Game. 18 Mal war Kobe Bryant in seiner Karriere ein All-Star, zuletzt 2016. An die NBA-Legende, die am 26. Januar 2020 tödlich verunglückte, soll auf verschiedene Arten erinnert werden. Zum Beispiel durch eine völlig neue Zählweise der Punkte: Nach dem Ende des dritten Viertels spielen die Teams ein zeitlich unbegrenztes letztes Viertel. Das Ziel ist es, eine Punktzahl zu erreichen, die 24 Punkte über dem Wert der führenden Mannschaft liegt. Beispiel: Der Spielstand nach dem dritten Viertel lautet 100:95. Demnach würde jenes Team das Spiel gewinnen, das zuerst 124 Punkte erreicht – egal wie lange das dauert. Der Grund für diese Maßnahme: Damit soll an die Rückennummer 24 erinnert werden, die Bryant in seinen letzten zehn Saisons für die Los Angeles Lakers trugt. Zudem darf der Sieger jedes der ersten drei Viertel pro Spielabschnitt 100.000 Dollar an eine in Chicago gelegene Wohltätigkeitsorganisation spenden. Für den Gesamtsieg macht die NBA zusätzlich nochmal 200.000 Dollar locker.

Hoffnung auf mehr Spannung

Diskussionen um die Attraktivität des NBA All-Star Games sind nicht neu: Der Dunking-Wettbewerb scheint ausgereizt, der Drei-Punkte-Shootout ist unspektakulär und das Spiel der Besten kommt seit jeher quasi ohne Verteidigung aus. Deshalb sucht die Liga nach neuen Möglichkeiten, das Spiel durch Änderungen des Reglements wieder zum Hingucker zu machen. Erst 2018 verabschiedete sich die Liga vom klassischen Duell Ost gegen West zugunsten von zwei Teams, die durch die zwei Spieler gewählt werden, die die meisten Stimmen der Fans erhalten haben. Diese bestimmen aber nach wie vor die Starting Five. Auch die Idee zu einem offenen Ende des Spiels stand schon im Raum. „Wir haben viel Zeit damit verbracht, zu überlegen, wie viele Punkte im letzten Viertel zum Sieg reichen sollen“, sagte Byron Spruell, NBA-Präsident für League Operations. „Durch die aktuellen Ereignisse hatten wir keinen Zweifel daran, dass 24 die richtige Zielmarke ist.“

Auswirkungen noch unklar

Welche Konsequenzen das neue Reglement in der Praxis haben wird, muss sich noch zeigen. Einerseits hoffen die Verantwortlichen, dass die Teams jeden Spielabschnitt für sich entscheiden wollen, um die Spendensummen vergeben zu dürfen. Das verspräche Spannung schon früh in der Partie. Andererseits wird befürchtet, dass das letzte Viertel sehr schnell zu Ende sein könnte. Denn beim massiven Trend zu Drei-Punkte-Würfen könnte ein Team innerhalb von nur acht Angriffen den Sieg für sich eintüten.

Team LeBron ist Favorit

Angesichts dessen muss das Team um LeBron James als Favorit gelten. Mit James Harden (Houston Rockets) hat King James den erfolgreichsten Dreierschützen der laufenden Saison in seine Reihen gewählt. Zudem ist Luka Doncic (Dallas Mavericks) nach seiner Knöchelverletzung rechtzeitig wieder fit. Das gegnerische Team um den amtierenden MVP Giannis Antetokounmpo hingegen überzeugt durch einen ausgeglichenen Kader mit vielen schnellen Spielern wie Kemba Walker (Boston Celtics), Trae Young (Atlanta Hawks) oder Donovan Mitchell (Utah Jazz).

Höhepunkte des Wochenendes

Im ersten Jahr nach dem Karriereende von Dirk Nowitzki betritt ein anderer Deutscher erstmals das Parkett an einem All-Star Wochenende: Moritz Wagner (Washington Wizards) ist Teil der Rising Stars Challenge, bei der am Freitagabend internationale Talente auf eine Auswahl von jungen US-Spielern treffen . Am Samstag stehen die Skills Challenge, der Drei-Punkte-Wettbewerb und der Dunking Contest auf dem Programm. Die Hoffnungen der heimischen Fans ruhen dann auf Zach LaVine (Chicago Bulls), der bei den Scharfschützen an den Start geht . Bei den Slam Dunks wird der Auftritt von Pat Connaughton (Milwaukee Bucks) mit Spannung erwartet . Am Sonntag folgt dann der Showdown der All-Stars. Das Spiel startet nach deutscher Zeit um 2 Uhr in der Nacht auf Montag.

Team LeBron (Coach: Frank Vogel, L.A. Lakers)

LeBron James, L.A. Lakers, Small Forward (Starter)
Anthony Davis, L.A. Lakers, Center (Starter)
Kawhi Leonard, L.A. Clippers, Power Forward (Starter)
Luka Doncic, Dallas Mavericks, Point Guard (Starter)
James Harden, Houston Rockets, Shooting Guard (Starter)
Damian Lillard, Portland Trail Blazers, Point Guard
Ben Simmons, Philadelphia 76ers, Point Guard
Nikola Jokic, Denver Nuggets, Center
Jayson Tatum, Boston Celtics, Forward
Chris Paul, Oklahoma City Thunder, Point Guard
Russell Westbrook, Houston Rockets, Point Guard
Domantas Sabonis, Indiana Pacers, Power Forward

Team Giannis (Coach: Nick Nurse, Toronto Raptors)

Giannis Antetokounmpo, Milwaukee Bucks, Small Forward (Starter)
Joel Embiid, Philadelphia 76ers, Center (Starter)
Pascal Siakam, Toronto Raptors, Power Forward (Starter)
Kemba Walker, Boston Celtics, Shooting Guard (Starter)
Trae Young, Atlanta Hawks, Point Guard (Starter)
Khris Middleton, Milwaukee Bucks, Small Forward
Bam Adebayo, Miami Heat, Center
Rudy Gobert, Utah Jazz, Center
Jimmy Butler, Miami Heat, Small Forward
Kyle Lowry, Toronto Raptors, Point Guard
Brandon Ingram, New Orleans Pelicans, Small Forward
Donovan Mitchell, Utah Jazz, Shooting Guard

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